Ein Editorial von Dirk-Boris Rödel, ehemaliger Chefredakteur des TätowierMagazins über Selbstmitleid als ein toller Zeitvertreib für Tätowierte.
Es soll dazu anregen, über ein Tattoo und seinen Träger mal genauer nachzudenken. Auch gerne bevor man es sich stechen lässt, damit es mit Stolz und Würde getragen wird!
Die Frage, wie es mit der Vereinbarkeit von Religion und Tätowierungen (und anderen Body Modifications) aussieht, beschäftigt naturgemäß religiöse Menschen, die sich unsicher sind.
Seit die Industrie gelernt hat, potenzielle Konsumenten durch scheinbar individuelle Ansprachen in reale Käufer zu verwandeln, sind wir Bürger unter einen gewissen Entscheidungsdruck gekommen.
nlässlich unseres Besuches auf der Tattoo & Piercing Convention 2013 in Dortmund sind wir neben unserem Hauptthema Tattooentfernung auch auf das Thema „süchtig nach Tattoos“ angesprochen worden.
Persönliche Motive für die Entscheidung, sich tätowieren zu lassen, sind so vielfältig wie die Hautbildchen selbst. Das reicht vom diffusen Empfinden des Schönen bis zum Wunsch seiner Identität durch Körpermodifikation einen bleibenden Schliff zu verleihen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat vom 6. bis 7. Juni 2013 in Kooperation mit der FU Berlin die erste internationale Konferenz zur Sicherheit von Tätowierungen („First International Conference on Tattoo Safety“) über die Bühne gebracht. Hier trafen Mediziner, Wissenschaftler, Laserspezialisten und Angehörige der Tätowierbranche aus der ganzen Welt zusammen, um die mutmaßlichen Gefahren und Präventionsmöglichkeiten bei der Tätowierung auszuloten.
Tätowierungen gehören mittlerweile, genau wie Piercings, ins alltägliche Erscheinungsbild deutscher Straßen und Büros. Doch häufig wird beim Bewerbungsgespräch ein sichtbares Hautbild zum Nachteil und Hindernis.
Kaum haben unsere kleinen Windel tragenden Teppichflöhe den aufrechten Gang erlernt und sind seit kurzem in der Lage das erste Jugendmagazin zu durchblättern, schon entdecken Sie erste Bilder der musikalischen Milchzahnträger, verziert mit Tattoos an Oberarm oder Brust wie die ganz Großen.
„Mama, ich möchte auch so ein Tattoo wie Justin haben! Der war beim ersten Tattoo auch noch keine 18 Jahre alt!“ Wie soll man auf die Bitte der pubertierenden Flunschschnuten reagieren?
Warum lassen sich eigentlich immer mehr Menschen tätowieren? Die Stechereien stehen heutzutage im Gegensatz zu früher für Regelmäßigkeit und paradoxerweise Beständigkeit. Die Zeiten, in denen tätowierte Menschen entweder Rocker, Seemänner oder „Knackis“ waren, sind vorbei. Quer durch die Milieus und Bildungsstände nutzen Menschen immer häufiger ihre Haut für persönliche „Außenwerbung“….
Das Bio-Tattoo, Temporary-Tattoo oder kurz „Temptattoo“ ist bereits seit Anfang der 90-iger Jahre in Deutschland populär. Thomas Gottschalk stellte die neue Technik in seiner damaligen Sendung „Wetten dass…?“ vor und lies sich gleich selbst eine Schlange um einen Dolch geschwungen tätowieren. Natürlich mit dem Versprechen, dass sich die Tätowierung nach…