Risiken und Nebenwirkungen der Tattooentfernung mit Laser
Was Sie vorab wissen sollten. Ehrlich, umfangreich und ohne Beschönigung.
Die Entscheidung für eine Tattooentfernung ist oft wohlüberlegt. Was danach kommt, sollte es daher auch sein.
Die Laserbehandlung zur Tattooentfernung ist ein ästhetisch-kosmetischer und medizinischer Eingriff an Ihrem größten, schönsten und empfindlichsten Organ. Ihrer Haut.
Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es dabei auch Risiken und Nebenwirkungen. Die meisten sind aber vorübergehend und sehr gut beherrschbar. Einige erfordern jedoch die ärztliche Aufmerksamkeit und manche sind wichtig vorab zu kennen, noch bevor Sie sich für eine Lasertherapie entscheiden.
Wir erklären Ihnen hier ehrlich und umfangreich aber nicht vollumfänglich, was Sie als Laser-Kunde erwartet. Nicht um Sie zu erschrecken, sondern weil wir den Anspruch haben, Sie bestens informiert Ihre Entscheidung für eine Laserbehandlung treffen lassen zu können.
Ein wichtiger Hinweis noch vorab: Tattooentfernung gehört in die Hände ausgebildeter und qualifizierter Dermatologen und Laserologen mit professioneller Laser-Technik. Die meisten Risiken, die wir hier beschreiben, entstehen nicht durch das Laser-Verfahren selbst, sondern durch unprofessionelle Anwendung, fehlendes Know-how, ungeeignete Geräte oder mangelnde Nachsorge.
Schmerzen bei der Tattooentfernung mit Laser
Ja, die Laserbehandlung zur Entfernung Ihrer Tätowierung oder Permanent Make-up kann unangenehm sein. Aber für die meisten ist es gut erträglich und wer sich mal zum Schmerzvergleich die Haare hat epilieren lassen, lächelt hier nur müde.
Viele beschreiben das Gefühl wie das Stechen des Tattoos selbst, oder wie kleine heiße Fettspritzer auf der Haut. Wie stark der Schmerz empfunden wird, ist dabei natürlich sehr individuell. Kühlung des behandelten Areals vor, während und nach der Behandlung hilft erheblich.
Es darf also auch mal eine kurze Pause während der Laserbehandlung zur Zwischenkühlung gemacht und für Sie der Fuß vom Kontaktschalter genommen werden.
(Lokal-)Anästhetikum zur Betäubung des Hautareals
Besonders schmerzempfindliche Laser-Kunden können während oder nach ihrer Laserbehandlung ein leichtes Schwindelgefühl oder Übelkeit verspüren. In solchen Fällen kann eine örtliche Betäubung mit (Lokal-)Anästhetikum eingesetzt werden.
Wir selbst sind davon kein echter Freund, da man noch zu wenig über den Einfluss unter Laserlicht weiß. Informieren Sie aber auf jeden Fall Ihren Laserlogen, wenn Sie mit bereits selbst aufgetragener Betäubungscreme aus der Apotheke oder Internet zum Laser-Termin kommen.
Bitte achten Sie also darauf, dass dabei ausschließlich zugelassene Präparate unter medizinischer Aufsicht verwendet werden. Ihr Laserologe klärt Sie darüber gerne auf.
Typische Reaktionen direkt nach der Laserbehandlung
Rötung, Schwellung und ein Wärmegefühl ähnlich einem leichten Sonnenbrand sind nach der Behandlung normal. Sie klingen in der Regel innerhalb weniger Stunden ab.
Innerhalb von 12 bis 24 Stunden können sich kleine Bläschen oder eine feine Kruste bilden. Das ist ein Zeichen eines aktiven Immunsystems und nicht sofort ein Alarmzeichen.
Wichtig:
Bläschen niemals unsteril aufstechen, Krusten nicht abreißen. Beides erhöht das Risiko einer Entzündung oder Infektion und kann im schlimmsten Fall nicht nur Narben hinterlassen. Lassen Sie es bitte zu, dass Krusten nach darunter liegender Ausheilung von alleine abfallen.
Bei sehr starken Reaktionen und hoher Laser-Energie kann es manchmal zu kleinen Punkt-Blutungen kommen. Auch das ist in der Regel vorübergehend. Sprechen Sie bei auffälligen oder anhaltenden Reaktionen immer mit Ihrem Laserologen.
Infektionen durch Herpesviren oder Bakterien entstehen fast ausschließlich bei unprofessioneller Behandlung oder mangelnder Hygiene. Vermeiden Sie für fünf bis sieben Tage nach der Behandlung Saunagänge und Vollbäder. Lauwarm duschen ohne Seife ist möglich. Tupfen (nicht rubbeln) Sie das behandelte Hautareal danach vorsichtig ab.
Pigmentverschiebung und Farbumschlag
Das ist der Bereich der die meisten Fragen aufwirft und der am häufigsten unterschätzt wird.
Hyperpigmentierung und Hypopigmentierung
Nach der Laserbehandlung kann Ihr behandeltes Hautareal vorübergehend dunkler (Hyperpigmentierung) oder heller (Hypopigmentierung) werden als die umliegende Haut. Dunkle postinflammatorische Hyperpigmentierungen (PIH) sind häufig vorübergehend und mit weiteren Laserbehandlungen oft korrigierbar.
Helle Hypopigmentierungen bis hin zu durch Lasertrauma ausgelöste Depigmentierungen (siehe Foto) können langwieriger sein und in seltenen Fällen dauerhaft bestehen bleiben.
Ausgelöst werden diese Veränderungen durch die Laserlicht-Wellenlänge und Energiedichte, die nicht nur die Tattoo-Pigmente, sondern auch die körpereigene Melanin-Produktion in der Haut beeinflussen kann. UV-Schutz vor und nach jeder Behandlung ist deshalb keine Empfehlung, sondern eine absolute Voraussetzung.
Das sogenannte Ghost-Tattoo
In manchen Fällen bleibt ein heller oder dunkler Umriss Ihres Tattoos sichtbar, was gerne als Ghost-Tattoo bezeichnet wird. Das ist nicht immer eine Fehlbehandlung, sondern eine bekannte Reaktion die von Laser-Parametern, Pigmenttiefe, Hauttyp (nach Fitzpatrick I-VI) und den verwendeten Tätowiermitteln abhängt.
Paradoxical Darkening oder der Farbumschlag
Durch die von der Laserenergie ausgelöste Oxidations- oder Reduktions-Prozesse bestimmter Tattoo-Pigmente kann es zu einem unerwarteten Farbumschlag kommen. In einigen Fällen manchmal sogar zu einer deutlichen Verdunkelung oder völlig neuen Farbgebung Ihrer behandelten Tätowierung oder Permanent Make-up.
Das betrifft besonders bestimmte Metalloxid-haltige Pigmente sowie bunte Tätowierfarb-Mischungen. Eine Probebehandlung eines kleinen Randbereiches ist deshalb bei jedem Tattoo, und besonders bei Permanent Make-up, Pflicht. Kein Laserologe kann ohne Kenntnis der genauen Pigment-Zusammensetzung Ihrer Tätowierung sicher eine Behandlungs-Prognose vorhersagen, noch wie gut oder schlecht die Pigmente auf die Laser-Impulsenergie möglicher Weise reagieren.
Medikamente und Photosensibilität
Bestimmte Medikamente und Substanzen machen Ihre Haut lichtempfindlich (photosensitiv) und können nach der Laserbehandlung zu unerwarteten Hautreaktionen (Hyper- oder Hypopigmentierungen) führen. Dazu gehören als Beispiel unter anderem bestimmte Antibiotika, Antidepressiva oder Johanniskraut, Hormonpräparate und Verhütungsmittel.
Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin oder Acetylsalicylsäure sollten nach Rücksprache mit Ihrem Arzt etwa eine Woche vor der Behandlung ggf. abgesetzt werden, um Blutergüsse zu minimieren.
Tragen Sie im Anamnesebogen (Gesundheitsfragebogen) Ihrer Laser-Praxis bitte immer alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel ein, die Sie einnehmen. Dazu zählen auch pflanzliche Präparate. Das ist kein Papierkram, sondern relevant für Ihre Gesundheit, Sicherheit und ein optimales Behandlungsergebnis.
Sie können dazu sehr gerne schonmal selber unter dem Punkt „Wechselwirkungen“ über die GELBE LISTE PHARMAINDEX recherchieren. Das machen unsere Laser-Docs auch so.
AZO-Farbstoffe, AZO-Pigmente und die offenen Fragen der Tattoo-Forschung
AZO-Farbstoffe
Einige Azo-Farbstoffe, wie Tartrazin E102 oder Azorubin E122 kennt man als Lebensmittelfarbstoff. Industriell werden AZO-Farbstoffe auch zur Einfärbung von z.B. Papier, Textilien und Ölen eingesetzt. Für Tätowiermittel sind sie grundsätzlich ungeeignet, da sie löslich sind. Zeil einer Tätowierung ist ja dauerhaft in der Dermis zu verbleiben.
Lösliche Stoffe würden sich aus der Haut lösen, in den Blutkreislauf gelangen und keinen dauerhaften Farbeffekt erzeugen. Bestimmte Azo-Farbstoffe können zudem giftige oder krebserregende aromatische Amine freisetzen.
Aus diesen Gründen sind Azo-Farbstoffe in Deutschland für Tätowiermittel laut Tätowiermittelverordnung verboten. In ausländischen Farbmixturen können sie dennoch nachweisbar sein.
AZO-Pigmente
Azo-Pigmente sind das genaue Gegenteil. Sie sind praktisch unlösliche, stark färbende Pulver. Aufgrund ihrer Unlöslichkeit können sie vom Körper unter normalen Umständen nicht aufgenommen oder zersetzt werden.
Sie sollen dort verbleiben wo sie hingehören. In der Dermis (mittleren Hautschicht). Das macht sie prinzipiell geeigneter für Tätowierfarben. Dieser scheinbare Vorteil hat jedoch einen wissenschaftlich bedeutsamen Haken.
Azo-Farbstoffe können vom Körper selbst gespalten werden. Azo-Pigmente hingegen werden nach aktuellem Kenntnisstand erst durch UV-, Röntgen-, Gamma- oder Laserbestrahlung aufgespalten.
Dabei können sogenannte aromatische Amine freigesetzt werden, die als potentiell krebserregend eingestuft sind. Nicht müssen, aber könnten! Eine wissenschaftlich abschließende Antwort gibt es dazu noch immer nicht. Die Zahl der bisher dokumentierten Fälle ist weltweit trotz der Masse an Tattoo-Trägerinnen und Trägern viel zu gering und selten für adäquate Aussagen. Aber es wird geforscht und das intensiver als je zuvor.
Zwei Fragen beschäftigen die internationale Tattoo-Forschung dabei besonders. Werden alle vom Laser zersprengten Tattoo-Pigmente vom Körper vollständig über das Lymphsystem abtransportiert? Und wenn nicht, wo lagern sich die Fragmente dann ab, und was bewirken sie dort?
Der (Laser)-Lichteinfluss auf Pigmente
Tattoo-Forscherin Dr. Ines Schreiver vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat in ihrer Arbeit 2015 nachgewiesen, dass bei Laserbestrahlung organische Tattoo-Pigmente (hier Pigment-blau) in potentiell toxische Verbindungen gespalten werden können. Darunter Benzol, Blausäure sowie krebserregende aromatische Amine.
Dabei ist jedoch entscheidend was das BfR selbst dazu feststellte, um bei der Laserbehandlung in einen klinisch relevanten Bereich für Benzol und Blausäure zu gelangen, müsste eine Fläche von rund 700 cm² blauem Tattoo in einer einzigen Sitzung vollständig durchgelasert werden.
Das entspricht in etwa einem Tattoo von der Größe mehrerer DIN-A4-Seiten und kein verantwortungsvoller Laserologe würde so vorgehen. Große Tätowierungen werden bei der professionellen Laserbehandlung grundsätzlich in kleinere, gut verträgliche Abschnitte unterteilt.
Die Laborarbeit zu Phthalocyanin Blau (Pigmentblau 15:3) wurde zudem unter Einsatz eines alten Q-switched (QS) Rubin-Lasers durchgeführt. Einem System mit verhältnismäßig langen Laser-Impulsen und das kein moderner Laserologe für rein blaue Pigmente einsetzen würde. Der modernere QS Nd:YAG Laser hatte bei dieser Untersuchung um Pigment-blau bloß kaum Reaktionen erzeugt. Die Studienbedingungen entsprechen also nicht wirklich der aktuellen klinischen Praxis.
Zur Lymphom-Studie aus Schweden (Nielsen et al., 2024)
Eine schwedische Fall-Kontroll-Studie aus Lund sorgte 2024 für Schlagzeilen. Tätowierte hätten ein 21 Prozent erhöhtes Lymphom-Risiko. Was in der Presse kaum berichtet wurde ist, dass diese Studie statistisch erheblich nachjustiert werden musste, um auf dieses Ergebnis zu kommen.
Es fehlt nicht nur die wichtige Kausalität und Korrelation, die Zahl der möglicherweise betroffenen Kandidaten ist sehr gering, und das Ergebnis ist nicht validiert.
Wer die Studie vollständig liest, inklusive der Limitierungen und des Kommentarteils, der sieht ein anderes Bild als die Schlagzeilen vermitteln. Wir haben diese Studie ausführlich und kritisch eingeordnet >>
Eine wissenschaftlich abschließende Antwort auf die Frage der Langzeitrisiken durch Tattoo-Pigmente und ihre Abbauprodukte gibt es derzeit noch nicht. Die internationale Forschung, darunter u.a das BfR Berlin, die ESTP, Universitäten, Labore und Institute weltweit, beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Tattoo-Gesundheit.
Das französische CRABAT-Forschungsprojekt soll ab 2027 erste prospektive Daten liefern, die methodisch belastbarer sind als bisherige retrospektive Studien. Wir begleiten diese Forschung nun schon seit 2014 als ESTP-Mitglied und berichtet in unserem Blog-Bereich regelmäßig und kritisch über neue Erkenntnisse.
Eine aktuelle und wichtige Übersichtsarbeit aus Brasilien als Gegenperspektive 2026
Während die schwedische Nielsen-Studie in der Presse viel Aufmerksamkeit bekam, liefert eine brandaktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse aus Juni 2026 ein deutlich differenzierteres Bild.
Ein internationales Forscherteam aus Brasilien, Angola und den USA, darunter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Federal University of Santa Maria (UFSN) und der Harvard T.H. Chan School of Public Health (Boston), wertete sieben qualifizierte Studien mit insgesamt 140.841 Teilnehmern aus.
Das Ergebnis ist wissenschaftlich. Weder für Hautkrebs noch für Lymphome oder andere hämatologische Krebserkrankungen fand sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit Tätowierungen. Tattoos sind, nach aktuellem Stand der Wissenschaft, keine Krebs-Maschinen.
Auch hier haben wir die Studie ausführlich einordnet >>
Wer mehr zu Tattoo-Studien, ihren Ergebnissen und Limitierungen als auch kritischen Einordnungen wissen möchte, findet diese in unserem Blog und unserer Tattoo-Forschungsseite.
Die Tattoo-REACH Verordnung und was sie bedeutet
Seit Anfang 2022 gelten in Europa neue Vorgaben die den Einsatz von Tätowiermitteln regulieren und stark beschränken. Die sogenannte Tattoo-REACH-Verordnung der Europäischen Chemikalien-Agentur (ECHA) verbietet viele bisher gängige Stoffe in Tätowierfarben oder regulieren sie in ihren Mengen nun extrem, soweit sie den strengen REACH-Anforderungen entsprechen.
Was dabei bisher kaum jemand thematisiert ist, wie sich die neuen REACH-konformen Tätowierfarben unter Laserlicht-Impulsen verhalten. Es ist bisher noch weitgehend unerforscht. Die Tätowierungen, die Laserologen derzeit behandeln, wurden vorwiegend mit älteren Tätowiermitteln (bestenfalls) nach der alten Tätowiermittelverordnung (TätoV) gestochen.
Die REACH-konformen Tätowierfarben der neuen Generation kommen erst jetzt langsam in die Laser-Praxen und was der Laser hier mit ihnen macht, ist eine offene Frage. Das ist keine Warnung, sondern wissenschaftliche Ehrlichkeit.
Vorsicht bitte bei Tätowierungen außerhalb eines professionellen Tattoo-Studios
Gerade bei im Ausland, Do-it-Yourself oder in der Küche gestochenen Tätowierungen erfährt man als potenzieller Tattoo-Kunde bisher nur selten etwas über die verwendeten Einweg-Nadeln, Tätowierfarben und ihre Inhaltsstoffe.
Wir meinen hier nicht pauschal Tattoo-Artists mit ihren professionellen Werken, sondern die lustig-spontanen Urlaubs-Tattoos zur Erinnerung, die man sich hier und da kurz am Strand, auf dem Markt oder im Van auf dem Parkplatz kurz vor Abflug hat stechen lassen.
Benutzt wird dabei gerne, was irgendwie als dauerhafte Farbe in der Haut funktioniert. Von rotem Backsteinstaub über verkohlte Schuhsole, Marmelade und Kugelschreiber-Tinte bis hin zu Pasten und Lacken aus dem Künstlerbedarf oder via billigsten Online-Marketplaces.
Über mangelnde bis nichtvorhandene hygienische Begebenheiten darf man sich hier nicht wundern. Tätowiernadeln finden oftmals so lange ihren Einsatz, bis sie krumm und schief sind.
Verwendete unregulierte Tintenfarben und ihre Inhaltsstoffe können hier nicht nur zu massiven entzündlichen, infektiösen oder allergischen Reaktionen führen, sondern sich unter dem Einfluss von Laserlicht-Impulsen ganz anders verhalten als regulierte europäische „echte“ Tätowierfarben.
Informieren Sie sich gerne bei Fragen zu Inhaltsstoffen von Tätowierfarben über die Tätowiermittelverordnung (TätoV), die aktuelle EU-REACH-Verordnung, beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Ein Hinweis der uns wichtig ist
Jede Tätowierung ist, genau wie jeder menschliche Körper, sehr individuell! Eine Garantie für eine 100-prozentige Tattoo- oder Permanent Make-up-Entfernung gibt es nach aktuellem Kenntnisstand nicht!
Lassen Sie sich nicht von vorher/nachher-Bildern beeinträchtigen. In der Regel werden hierbei nur die besten Ergebnisse gezeigt, die oftmals Lucky-Punshes sind oder im schlimmsten Fall sogar digital nachbearbeitet wurden!
Hinterfragen Sie vor der Laserbehandlung zur Tattooentfernung auch immer Ihre eigene Erwartungshaltung.
Und dann holen Sie sich eine fundierte Erstberatung bei einem Laserologen in Ihrer Nähe →
Eine erfolgreiche Tattooentfernung braucht vor allem aber eines. Geduld!
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Sonnenbäder mindestens 4 Wochen vor und nach jeder Laserbehandlung vermeiden
- Vollbäder und Saunabesuche für 5 bis 7 Tage vermeiden
- das behandelte Hautareal mit antibakteriellen, alkoholfreien Lösungen reinigen
- Krusten und Bläschen von alleine abfallen lassen und niemals unsteril aufstechen oder abreißen
- nach dem Reinigen vorsichtig abtupfen, niemals reiben
- intensive sportliche Belastung für 3 bis 5 Tage vermeiden
- ausreichend Wasser trinken und spazieren gehen und somit das Lymphsystem anregen
Und vor allem: Alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel im Anamnesebogen angeben.
Ausführliche Informationen finden Sie hier: Nachsorge nach der Tattooentfernung →
FAQ – Risiken und Nebenwirkungen der Tattooentfernung mit Laser
Hier finden Sie die häufigsten Fragen (FAQ) zu den Risiken und Nebenwirkungen einer Tattooentfernung mit Laser. Kurz und nicht vollumfänglich aber ehrlich und ohne Marketingversprechen von uns beantwortet.
Kann eine Tattooentfernung mit Laser Narben hinterlassen?
Abgesehen davon, dass bereits das Stechen einer Tätowierung oder Permanent Make-up zu Narben geführt hat/ haben kann, ist das Risiko einer Narbenbildung durch die Tattooentfernung mit geeigneten professionellen Laser-Systemen extrem gering.
Die Beseitigung der tätowierten Pigmente kann aber auch bereits vorhandenes Narbengewebe deutlicher sichtbar machen. Wer weiß, wo sich mal eine Tätowierung befunden hat, wird die Stelle bei genauerer Betrachtung sicherlich wiederfinden können.
Bei professioneller Behandlung mit geeigneten Lasersystemen ist es nach heutigem Stand der modernen Pico Laser-Medizin eher selten. Wirklich sichtbare Narben entstehen fast immer durch falsch eingestellte Laserparameter, ungeeignete Geräte oder durch das Aufstechen von Bläschen und das Abreißen von Krusten oder anderen bei Tattoo- und Laser-Komplikationen.
Ein erfahrener Laserologe mit viel Erfahrung und professioneller Lasertechnik minimiert dieses Risiko für Sie erheblich. Sie tragen in der Nachsorgephase zwischen den Lasersitzungen aber selbst einen großen Teil der Verantwortung für ein optimales Behandlungsergebnis.
Ist die Tattooentfernung mit Laser gefährlich?
Bei professioneller Durchführung durch einen qualifizierten Laserologen mit viel Erfahrung und zugelassener Lasertechnik ist das Verfahren sicher und gut erprobt.
Die Risiken entstehen fast ausschließlich durch unprofessionelle Anwendung, Billig-Importgeräte oder mangelnde Nachsorge.
Wählen Sie Ihren Laserologen sorgfältig und mit Bedacht.
Kann ich durch die Laser-Tattooentfernung Krebs bekommen?
Eine abschließende wissenschaftliche Antwort gibt es dazu noch nicht. Was die Forschung bisher zeigt, ist, dass bestimmte Azo-Pigmente unter Laserbestrahlung las auch Sonnenlicht aromatische Amine freisetzen können, die als potentiell krebserregend eingestuft werden.
Drei große Dermatologische Fachgesellschaften haben dazu 2023 eine gemeinsame Stellungnahme verfasst. Hieraus im Zitat: „Derzeit gibt es keine Daten, die auf ein erhöhtes Risiko von Hautkrebs oder anderen Krebsarten bei Patienten hinweisen, die sich einer Tattoo-Entfernung per Laser unterzogen haben.“
Die Datenlage für eine sichere Aussage ist aber noch zu dünn. Die internationale Tattoo-Forschung beschäftigt sich intensiv mit dieser Frage und wir begleiten sie mit DocTattooentfernung seit 2014 als Mitglied der ESTP.
Was ist Paradoxical Darkening?
Paradoxical Darkening, Farbparadox oder Farbumschlag bezeichnet eine unerwartete Verdunkelung oder Farbveränderung der in der Haut eingelagerten Pigmente direkt nach bzw. durch die Laserbehandlung.
Sie entsteht durch Oxidation oder Reduktion bestimmter Pigmente unter Einwirkung von gepulster Laser-Energie und betrifft vor allem anorganische Metalloxid-Pigmente.
Dabei ist es egal, ob es sich um ein Tattoo oder ein Permanent Make-up handelt. Letzeres trifft es in der Regel nur häufiger, da es sich meist um aufwändige Pigment-Mischungen handelt
Eine Probebehandlung zum Start der Lasersitzung ist deshalb immer Pflicht.
Wann sollte ich nach der Behandlung zum Arzt?
Sollten Rötung oder Schwellung nach mehr als 3 bis 5 Tagen zunehmen anstatt abzuklingen.
Wenn sich Zeichen einer Entzündung oder gar Infektion zeigen wie Fieber, Eiter oder ein unangenehmer Geruch.
Wenn Bläschen sich ungewöhnlich groß entwickeln, oder wenn allergische Reaktionen auch Wochen nach der Behandlung auftreten.
Fragen Sie im Zweifel immer, wenn Ihnen etwas nicht „normal“ vorkommt!
Diese Informationen sind von uns allgemein gehalten und nicht allumfassend. Sie ersetzen nicht das Beratungsgespräch mit Ihrem Laser-Mediziner. Haben Sie weitere Fragen und wünschen eine ausführliche Aufklärung zu Risiken und Nebenwirkungen, dann machen Sie bitte noch heute einen Termin bei Ihrem Laserologen vor Ort.
WEITERFÜHRENDE SEITEN
Externe Quellen, Behörden & Wissenschaft:
Amtliche BASG-Warnung vor TKTX-Tattoo-Creme und ähnlichen illegalen Anästhetika (2023)
Die Bildung von hochgiftigen Blausäure auf Rubin-Laser-Bestrahlung der Tätowierung Pigment Phthalocyaninblau. Schreiver, I. et al., Sci.Rep. (2015).
Tattoos as a risk factor for malignant lymphoma: a population-based case–control study. C. Nielsen et al., eClinicalMedicine, 2024
Besteht ein Zusammenhang zwischen Tätowierungen und einem erhöhten Krebsrisiko? Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse. Tudella, GCN et al., Clin Transl Oncol (2026).
ESTP-Research, European Society of Tattoo and Pigment Research
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Haben Sie eine Frage? Dann schreiben Sie uns gerne!
Wir beantworten Ihre Nachricht innerhalb von 24 Stunden.





