Dermabrasion, Exzision, Kryotherapie, chemische Verfahren und mehr. Ein medizinischer Überblick über nicht-laserbasierte Behandlungsoptionen zur Tattooentfernung, ihre Wirkprinzipien und warum die meisten mit erheblichen Einschränkungen verbunden sind.


Die Lasertherapie mit Nanosekunden (Nano)- und Pikosekunden (Pico)- Laser, gilt heute als Goldstandard der Tattooentfernung.

Der Grund ist technisch gesehen äußerst präzise. Laser adressieren selektiv durch die Epidermis (äußere Hautschicht) hindurch die in der mittleren Hautschicht (Dermis) eingelagerten Tattoo- oder PMU-Pigmente, ohne das umliegende Hautgewebe systematisch einem Kollateralschaden auszusetzen. R. Rox Anderson und Team haben es daher schon Ende 1980 „Selektive Thermolyse“ betitelt.

Alle anderen Verfahren, wobei die Tattooentfernung ohne Laser auskommen soll, können nicht das, was extrem energiereiche und kurzgepulste Lasersysteme können. Andere Methoden greifen immer das gesamte Hautgewebe an, um es zu „öffnen“ und die Tattoo-Pigmente rauszuholen oder zu schneiden. Ein Kollateralschaden wird hierbei nicht nur in Kauf genommen, sondern ist er unumgänglich. 

Dennoch gibt es Situationen, in denen nicht-laserbasierte Methoden diskutiert oder eingesetzt werden. Bei Kontraindikationen für die Lasertherapie, bei bestimmten Tattoo-Reaktionen bzw. Komplikationen, bei sehr kleinen Tätowierungen oder wenn Tattoo-Kunden gezielt keine Laserbehandlung wünschen. Abgesehen davon muss man zudem auch berücksichtigen, dass nicht allen Regionen unserer Erde Lasersysteme zur Verfügung stehen. 

Die folgenden Methoden zur Tattooentfernung ohne Laser sind medizinisch dokumentiert. Einige sind etabliert, andere obsolet, manche gefährlich. Wir ordnen sie hier sachlich und ohne Beschönigung ein.


Bei der Dermabrasion wird die Epidermis und obere Dermis mit einem rotierenden Instrument, typischerweise einer Drahtbürste oder einem Diamantfräser, mechanisch abgetragen. 

Der eigentliche Wirkmechanismus ist dabei nicht das schlichte „Freilegen“ der Tätowierfarbe, sondern die durch die Abrasion ausgelöste Entzündungsreaktion. Die durch spezielle Medikamente ausgelöste Entzündungs-Reaktion mobilisiert die Pigment-beladenen Makrophagen und transportiert sie an die Hautoberfläche, wo das Pigment abgestoßen wird. Lange Zeit wurde das tätowierte Hautareal bis zur vollständigen Pigmententfernung abgeschliffen. Mit dem Ergebnis einer ausgeprägter Narbenbildung. 

Die modernere Variante, die schichtweise „layered Dermabrasion“, arbeitet kontrollierter. Zunächst wird bis zum punktförmigen Bluten abradiert und anschließend tiefer bis in die Blutgefäße führende Dermisschicht abgetragen, bis der Großteil des Pigments beseitigt ist.

Die umgebende, nicht tätowierte Haut wird dabei oberflächlich mitbehandelt, um einen optischen Übergang zu schaffen. Das Resultat ist ästhetisch besser als bei der klassischen Methode. Der verbleibende Narbenbereich fügt sich dabei visuell etwas unauffälliger in das umgebende Hautgewebe ein.

Ein bekanntes Phänomen nach Dermabrasion ist der sogenannte „Ghost of Tattoo“. Die Form der Tätowierung bleibt oftmals als helle oder dunkle Narbenstruktur sichtbar, auch wenn keine Pigmente mehr vorhanden sind.

Mögliche Nebenwirkungen, abgesehen vom sehr aufwändigen Heilungsprozess nebst Wundmanagement, umfassen Hypo- und Hyperpigmentierungen, Narben- und Krustenbildung, Keloide, anhaltende Rötungen sowie bakterielle Infektionen. Auch eine Herpes-simplex-Reaktivierungen ist nach Studienlage nicht zu missachten.

Unser Fazit: Die Dermabrasion ist kein präzises Verfahren. Sie schädigt zwangsläufig das tätowierte und umliegende Hautgewebe, zumal man die Form der Tätowierung nicht selektiv adressieren kann. Das steht im Gegensatz zur Lasertherapie, die spezifisch auf Tattoo-Pigmente abzielt.

Mal ganz abgesehen davon, dass eine Dermabrasion und das damit verbundene Wundtrauma ohne vorherige Betäubung (Lokal-/ Anästhetikum bis Narkose) wohl eher schlecht auszuhalten wäre, beinhaltet diese Methode bei kalkulierten 2 – 3 Behandlungswiederholungen einen weitaus längeren und aufwändigeren Heilungsprozess dazwischen.


Die Salabrasion ist eine der ältesten dokumentierten Methoden zur Tattooentfernung, wobei Mediziner nicht erst seit 54 n. Chr. versuchen Tätowierungen narbenfrei zu entfernen. Aetius von Amida, ein byzantinisch-griechischer Arzt beschrieb 543 n. Chr. in seinem „Tetrabiblon“ als Erster die Verwendung von Salz und Chemikalien zu diesem Zweck.

1973 war es dann Gary H. Manchester, einem Mediziner aus San Diego, Kalifornien (USA), der die Behandlungs-Methode in Verbindung mit Kochsalzlösung in verschiedenen Fällen zur Tattooentfernung bei seinen Patienten angewendet und im The Western Journal of Medicine darüber berichtete.

Das Prinzip ist denkbar simpel. Ein mit Kochsalz angefeuchteter Mulltupfer wird mit Druck auf die tätowierte Hautpartie gerieben, bis die Epidermis abgetragen ist und es zu punktförmigen Blutungen kommt.

Anschließend folgt klassisches tägliches Wundmanagement und Antibiotika. Die Abheilung verläuft analog zur Dermabrasion über Krustenbildung und dauert ca. 4 bis 6 Wochen. Behandlungs-Wiederholungen sind dann im Abstand von etwa einem Monat möglich.

Der Wirkmechanismus ähnelt dabei dem der Dermabrasion. Die mechanisch ausgelöste Entzündungsreaktion mobilisiert Pigment-beladene Makrophagen (Fresszellen unseres Immunsystems) und transportiert sie an die Hautoberfläche. Man diskutiert dazu, ob Salz die Phagozytoseaktivität der Makrophagen dabei direkt stimuliert.

Der praktische Vorteil dieser Methode ist derweil offensichtlich. Sie erfordert keinerlei technisches Equipment, ist extrem kostengünstig und auch ohne spezialisierte Infrastruktur, wie Steckdose und Co. durchführbar. Geeignet sind vor allem blasse Tätowierungen sowie leicht zugängliche Körperstellen außerhalb der Hände.

Die Nachteile überwiegen jedoch deutlich. Narbenbildung, Pigmentveränderungen und bei unsachgemäßer Anwendung und Durchführung erhebliche Schmerzen als häufige Begleiterscheinungen. Eine vollständige Entfernung ist nicht garantiert, und die kosmetischen Ergebnisse sind im Vergleich zur Lasertherapie deutlich schlechter.

Unterm Strich und nicht nur aus unserer Sicht gilt: Die Salabrasion ist eine Methode aus einer Zeit, in der es keine besseren Alternativen gab. Oder anders gesagt, aus der Antike.


Die operative Entfernung einer Tätowierung ist die älteste und direkteste Methode mit einem klaren Vorteil und einem ebenso klaren Nachteil. Die Tätowierung ist nach einem erfolgreichen Eingriff mit der Klinge vollständig entfernt, aber eine Narbe bleibt in jedem Fall zurück. 

Das unterscheidet die Skalpell-Exzision grundlegend von der photoselektiven Lasertherapie, die in der Regel keine Narben hinterlässt. Die Wahl der chirurgischen Technik mit dem Skalpell hängt primär von Größe, Form und Lokalisation der Tätowierung ab.

Bei sehr kleinen Tätowierungen, dazu zählen auch posttraumatische Tattoos oder Markierungen für die Strahlentherapie, ist eine einfache Stanz-Exzision mit direktem Wundverschluss möglich. Kleinere Tätowierungen entfernt man zudem häufig durch eine sogenannte Spindel-Exzision entlang der Hautspannungslinien.

Bei länglichen Tätowierungen kommen Rotationslappenplastiken in Betracht, bei runden oder ovalen Formen sogenannte O-zu-Z-Lappenplastiken. Dabei steht das „O“ für die offene Wunde, die mit einer „Z“-Nahttechnik verschlossen wird. Tätowierungen im Bereich der Augenlider können in manchen Fällen im Rahmen einer Blepharoplastik (gerade in aller Munde – Lidstraffung) operiert werden. 

Für großflächige Tätowierungen an den Extremitäten oder am Rumpf bleibt als Option die serielle Exzision, also die schrittweise Teilentfernung in mehreren Eingriffen mit vollständiger Ausheilung zwischen den Operationen. Dabei kommt auch mal das Dermatom zum Einsatz, oder wie wir es nennen, die Trüffelreibe. 

In der klinischen Praxis sind dafür gerne Zeiträume von 9 bis 14 Monaten einzuplanen, da das jeweilige Areal komplett ausgeheilt sein muss.

Bei sehr großen Tätowierungen, die sich nicht direkt verschließen lassen, sind Hauttransplantate oder Lappenplastiken erforderlich. Eingriffe die mit entsprechend höherem Aufwand und Potenzial für Komplikationen einhergehen. 

Typische Komplikationen umfassen dabei hypertrophe Narben, Keloide und ein auseinander driften der Wundränder. Die Docs nennen es Wunddehiszenz oder Wundruptur. Gerne mal googeln. 

Eine chirurgische Exzision kann aber auch wirklich hilfreich und dann indiziert sein, wenn eine Laserbehandlung kontraindiziert ist. Etwa bei allergischen Reaktionen auf Tattoo-Pigmente, um eine die Laser-Impulse geförderte Verbreitung im weiteren Organismus einzuschränken und zu verhindern.

Unsere Meinung dazu: Gut, dass es die chirurgische Exzision mit der Klinge gibt! Es ist das einzige Verfahren zur Tattooentfernung, das eine vollständige und sofortige Elimination des tätowierten Gewebes garantiert.

Leider immer erkauft durch eine Narbe, die bleibt aber für ausgewählte Indikationen und in erfahrenen Händen, ist sie nach wie vor eine valide Option.

Eine echte Expertin auf dem Gebiet der Skalpell-Exzision zur Tattooentfernung ist Frau Dr. MED Eva Lang in Zweibrücken und dankenswerter Weise auch ohne Laser ein wichtiger Teil unseres Netzwerks.


Bei chemischen Verfahren zur Tattooentfernung werden ätzende oder entzündungsauslösende Substanzen eingesetzt, um Hautschichten abzutragen und Tattoo-Pigmente zu eliminieren. 

Eingesetzte Substanzen umfassen unter anderem Trichloressigsäure (TCA), Phenol, Salpetersäure, Salicylsäure, Milchsäure und Silbernitrat teils einzeln, teils in Kombination mit mechanischen Verfahren. 

Der Wirkmechanismus basiert dabei auf einer kontrollierten chemischen Verbrennung. Zunächst entsteht eine oberflächliche Entzündungsreaktion mit Krustenbildung.

Bei Wiederholung der Anwendung kann es dann zu Verbrennungen der vollen Hautdicke kommen, über die das Pigment mit dem absterbenden Gewebe abgestoßen wird.

Das kosmetische Ergebnis ist in der Regel sehr unbefriedigend. Narbenbildung und Pigmentveränderungen sind häufige Folgen, Texturveränderungen der Haut sind eher die Regel und weniger die Ausnahme. 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin warnt explizit vor solchen chemischen Methoden zur Tattooentfernung. Gesondert zu betrachten sind topische Wirkstoffe, die ursprünglich für andere Indikationen entwickelt wurden und in Tiermodellen auf ihre Wirksamkeit bei der Tattooentfernung untersucht wurden.

Ingenol Mebutat (0,1%) aktiviert Proteinkinase C, löst eine entzündliche Nekrose der Epidermis aus und führt zur Krustenbildung mit anschließender Reepithelisierung. Tierexperimentelle Daten zeigen eine gewisse Wirksamkeit.

Klinisch relevant ist jedoch, dass für Ingenol Mebutat ein erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome beschrieben wurde. Dieser Wirkstoff ist in Deutschland sogar per Rote-Hand-Brief reguliert.

Imiquimod 5% induziert über die Aktivierung des angeborenen und zellvermittelten Immunsystems (unter anderem durch TNF-α und IFN-γ). Eine entzündliche Reaktion mit epidermaler und dermaler Nekrose. In Tiermodellen zeigte Imiquimod eine bessere Wirksamkeit als Tretinoin oder eine Kombination beider Substanzen. Humandaten fehlen jedoch weitgehend.

Nicht nur unsere Meinung, sondern die von oberster Stelle: Chemische Verfahren zur Tattooentfernung sind mit erheblichen Risiken verbunden und liefern kosmetisch schlechte Ergebnisse. Sie sollte man besser nicht anwenden. Mit Ausnahme spezieller klinischer Indikationen und unter ärztlicher Aufsicht.

Für experimentelle topische Wirkstoffe wie Ingenol Mebutat und Imiquimod fehlt derweil gar die klinische Evidenz beim Menschen. Nur zum Hinweis.


Kaum eine Methode zur Tattooentfernung ohne Laser wird so hartnäckig als natürliche Alternative beworben wie die Behandlung mit Milchsäure. Und kaum eine ist so klar wissenschaftlich widerlegt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Berlin warnt mit seiner Stellungnahme Nr. 33 bereits seit 2011 explizit vor dieser Methode und stuft sie als gesundheitlich riskant ein.

Das Verfahren basiert auf dem Einspritzen einer hochprozentigen L(+)-Milchsäurelösung (häufig in einer Konzentration von 40%) in die Epidermis. Die Behauptung dahinter: Der Körper soll die Farbpigmente auf natürlichem Weg abstoßen.

Was tatsächlich passiert, ist eine unkontrollierte Entzündungsreaktion mit schweren Gewebeschäden, die regelmäßig in ausgeprägter Narbenbildung endet. Der Einwand, L(+)-Milchsäure sei ein natürlicher Stoff und damit unbedenklich, greift nicht. Die Natur kennt leider auch ihre Gifte.

Besonders problematisch ist die aktuelle Lage in Deutschland. Die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) hat durch ihren Arztvorbehalt für Laserbehandlungen zur Tattoo- und Permanent Make-up Entfernung dazu geführt, dass Anbieter ohne medizinische Qualifikation verstärkt auf vermeintlich regulierungsfreie Alternativen ausweichen.

Darunter eben auch Liquid Acid und Milchsäure-basierte Verfahren. Das Ergebnis ist eine Zunahme schwerer Komplikationen, die in dieser Form einfach vermeidbar wären.

Wer eine Tattooentfernung oder PMU-Entfernung für sich plant, sollte wissen: Es gibt keine topische Creme, keine Säure und keine Injektion, die Tattoo-Pigmente sicher und narbenlos aus der Dermis entfernt.

Die Pigmente sind tief, präzise und dauerhaft in der Haut deponiert. Verfahren, die das ohne Laser lösen wollen, arbeiten ausnahmslos auf Kosten (nicht nur) des umliegenden Hautgewebes und mit hohen Risiken für die Gesundheit.


Die Kryotherapie gehört zu den ältesten Verfahren der Dermatologie und wurde auch zur Tattooentfernung eingesetzt. Das Prinzip basiert auf der Verwendung von flüssigem Stickstoff, der das damit behandelte Hautareal einfriert.

Die dabei entstehende Blasenbildung führt zu einer Spaltung zwischen Epidermis (äußeren Hautschicht) und darunter liegenden Dermis (mittleren Hautschicht oder Lederhaut). 

Über den Blaseninhalt und die Störung der dermoepidermalen Junktionszone werden epidermal deponierte Pigmente teilweise ausgeschleust. Für eine Tattooentfernung sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich.

Die hier für verfügbare Evidenz ist allerdings begrenzt. Ältere Studien berichten Verbesserungsraten von etwa 73–75% der behandelten Patienten, wobei die Qualität dieser Daten und die Vergleichbarkeit mit modernen Laserverfahren gering ist. 

Entscheidender Nachteil: Der Kälteeffekt lässt sich schlecht kontrollieren und schädigt regelmäßig auch umliegendes gesundes Gewebe. Bei dunkleren Hauttypen ist die Methode wegen des hohen Risikos für Pigmentveränderungen kontraindiziert.

Heute spielt die Kryotherapie zur Tattooentfernung kaum noch eine Rolle. Nicht zuletzt weil die Verfügbarkeit geeigneter Systeme in diesem Kontext sehr eingeschränkt ist.


Dass es der Infrarot-Koagulator mal aus der chirurgischen Endoskopie und vor allen Dingen Proktologie bis in die Dermatologie und bis zur Tattooentfernung geschafft hat, muss man erstmal verkraften.

Erstmals zur Tattooentfernung wurde dieses System 1975 beschrieben und 1991 sogar von der US-amerikanischen FDA für unsere bunte Indikation zugelassen.

Das Gerät emittiert inkohärente Strahlung im Bereich von 400 bis 2700nm über einen Handaufsatz mit Saphirkristall-Kontaktkappe und steuerbarer Pulsdauer.

Mit seinen dabei erzeugten Temperaturen von 100°C aufwärts erzielt man eine irreversible Denaturierung der Gewebeproteine und verödet so Gewebe oder Blutgefäße.  

Sein Wirkmechanismus basiert also leider auf unspezifischer thermischer Gewebeschädigung, wobei es aber keine selektive Adressierung der in der Haut eingelagerten Tattoo-Pigmente gibt. Das ist gut gegen Hämorriden und um Blutungen zu stoppen aber selbst hierfür sind mittlerweile edlere Systeme, wie ein berührungsfreier Argon-Plasma-Koagulator (APC) auf dem Markt.

Für kleine Tätowierungen kann in einer Sitzung ein akzeptables Ergebnis erzielt werden. Gelegentlich sind 2 bis 3 Behandlungswiederholungen im monatlichen Abstand nötig.

Im direkten Vergleich mit einem CO2-Laser zeigte der Infrarot-Koagulator tatsächlich bessere Heilungszeiten bei ähnlichem kosmetischen Ergebnissen.

Allerdings verblieben hierbei häufiger unschöne Rest-Pigmente im behandelten Hautareal. Narbenbildung ist durch die unspezifische Thermik untrennbar (oder wie der Doc sagt, systemimmanent). Tatsächlich wurden hiermit aber in einigen Fällen auch kosmetisch akzeptable Ergebnisse erzielt, wenn man weiß, woher wir seit 54 n. Chr. kommen.

Unsere Bitte: Heute ist der Infrarot-Koagulator zur Tattooentfernung eine Rarität. Er wird allenfalls noch in ressourcenarmen Settings diskutiert, wo Lasersysteme nicht verfügbar sind.

Wer einen Lötkolben zu Hause hat, lässt ihn bitte in der Garage oder Werkstatt. Die Verwendung von Plasma-Pens schenken wir hier noch einen eigenen Abschnitt.


Bei der Hochfrequenz-Chirurgie (HF) wird hochfrequenter Wechselstrom von 300 kHz bis 4 MHz durch den Körper geleitet. Diese elektromagnetischen Wellen werden genutzt, um Moleküle im Zielgewebe in Schwingung zu versetzen.

Die entstehende Wärme koaguliert das behandelte Areal mit vergleichsweise geringem Effekt auf unmittelbar angrenzendes Gewebe. 

Im Prinzip darf man es mit der Skalpell-Klinge vergleichen, wobei es aber keinen mechanischen Schnitt gibt, sondern mit hochfrequentem Strom anstelle gearbeitet wird.

Eine kugelförmige kleine Elektrode wird nach Auftragen eines Lokal-Anästhetikums auf das tätowierte Hautareal aufgesetzt. Der elektrische Widerstand im Gewebe erzeugt durch die Energie Wärme, wodurch die Zellen verdampfen (bzw. koagulieren).

Das macht einen sehr sauberen und unblutigen Schnitt möglich und das behandelte Areal bildet daraufhin einen Schorf, der nach Abheilung innerhalb weniger Tage abfällt.

Die Heilung verläuft bei dieser Methode sehr zügig ist aber leider häufig mit postinflammatorischer Hypo- oder Hyperpigmentierung verbunden. Auch hier ist natürlich eine Narbenbildung möglich und zudem können mehrere Sitzungen erforderlich sein. Belastbare klinische Daten zur Wirksamkeit bei der Tattooentfernung sind allerdings sehr dünn.

Unsere hochfrequente Meinung: Die HF-Methode Strom anstelle vom Skalpell ist für die Tattooentfernung ohne Laser toll. Vor allen Dingen, wenn man seinen OP-Raum nicht blutverschmieren will. Hygienisch jedenfalls einwandfrei, da die Wundränder rasch verschlossen werden.

In der Dermatologie wird die HF zum Beispiel zur Entfernung von Warzen oder anderen ungewünschten Hautanhängseln eingesetzt. Das Manko ist allerdings, dass es bei unsachgemäßer Verkabelung des Patienten zu Verbrennungen kommen kann.


Gelegentlich tauchen während der Recherche zur Tattooentfernung ohne Laser zwei weitere Methoden auf. Das Waterjet-Cutting und die Diathermie, die Tattooentfernung mit Strom.

Beide werden vereinzelt beworben, beide sind aus medizinischer Sicht für die Tattooentfernung nicht empfehlenswert.

Waterjet-Cutting wird in der Medizin als chirurgisches Dissektionswerkzeug in anderen Kontexten eingesetzt. Zum Beispiel zur präzisen Gewebetrennung etwa in der Leberchirurgie.

Als Verfahren zur Tattooentfernung existiert keine peer-reviewte klinische Evidenz. Ein nachvollziehbarer Wirkmechanismus, der eine selektive Entfernung von Tattoo-Pigmenten aus der Dermis ermöglichen würde, ist nicht beschrieben.

Diathermie nutzt elektromagnetische Wellen zur thermischen Gewebeschädigung. Als Variante davon ist die Radiosurgery in der medizinischen Literatur dokumentiert und das haben wir schon weiter oben auf dieser Seite beschrieben.

Die klassische Diathermie zur Tattooentfernung, wie sie vereinzelt gerne von Geräte-Verkäufern beworben wird, ist unseres Wissen und Recherche nach durch keine belastbaren klinischen Daten gestützt. Wer mit solchen Angeboten konfrontiert wird, sollte kritisch hinterfragen, bevor er Geld für Müll bezahlt.

Die wenige medizinische Fachliteratur (wie auf PubMed und Co. ansonsten zu finden) rät derweil von dieser Methode ab.


Plasma-Pens werden vor allem in der Kosmetik-Branche als vermeintliche Alternative zur Lasertherapie für die Tattoo- und PMU-Entfernung beworben. 

Das Versprechen: sanft, schonend, narbenfrei. Die Realität sieht aus unserer Sicht anders aus.

Thermisches Plasma erzeugt Temperaturen von 800 bis 1.200 Grad Celsius und zerstört Gewebe punktuell durch sogenannte Sublimation. Also das direkte Verdampfen der obersten Hautschicht (Epidermis). Dabei ziehen sich die umliegenden Hautfasern zeitgleich zusammen, was zur Hautstraffung führt (Soft Surgery).

Tief in der Dermis deponierte Tattoo-Pigmente, wie bei professionellen Tätowierungen üblich, werden dabei aber kaum erreicht. 

Was erreicht wird, ist primär das umliegende Hautgewebe. Narbenbildung, Hypo- und Hyperpigmentierungen sowie thermische Gewebeschäden sind bei dieser Behandlungsvariante ein Risiko und häufige Folgen.

Dazu kommt eine relevante Rechtsfrage, ob Plasma nicht direkt unter die NiSV fällt. Es bewegt sich aber keineswegs außerhalb jeglicher Regulierung. 

Wer mit Plasma Tattoos oder Permanent Make-up entfernt und dabei die Integrität der Epidermis verletzt, könnte sich im Bereich der Heilkunde bewegen und möglicher Weise mit entsprechenden rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Wir haben das Thema selbst ausführlicher im Blog beleuchtet: Tattooentfernung mit Plasma – Chancen, Risiken und rechtlicher Rahmen.


Die hier von uns vorgestellten Methoden zur Tattooentfernung ohne Laser sind medizinisch gut dokumentiert und in bestimmten Situationen indiziert.

Aber sie teilen sich auch ein grundlegendes Problem. Keine von ihnen adressiert bei ihrer Art und Weise selektiv die Tattoo- oder PMU-Pigmente in der Haut. Sie alle arbeiten mit unspezifischer Gewebeschädigung über die verzierten Hautareale hinaus.

Ob mechanisch, thermisch oder chemisch ist dabei egal. Kollateralschaden am umliegenden Gesunden Hautgewebe muss man dabei in Kauf nehmen.

Die Lasertherapie mit Nanosekunden- und neueren Pikosekunden-Systemen bleibt darum aus gutem Grund der Goldstandard. Hierzu gibt es natürlich auch diverse Risiken und Nebenwirkungen zu beachten. Ziel ist und bleibt bei der Tattooentfernung mit Laser aber so wenig Kollateralschaden in der Haut zu hinterlassen, wie möglich.

Wer eine Tätowierung professionell entfernen lassen möchte, ist mit einem qualifizierten Laser-Spezialisten und ihren dermatologischen Lasersystemen in den allermeisten Fällen am besten beraten.

Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrer Tätowierung oder Permanent Make-up haben oder einen erfahrenen Laser-Experten suchen, hilft Ihnen unsere Arztsuche hier schnell weiter.


Hier finden Sie die häufigsten Fragen (FAQ) zu Tattooentfernung ohne Laser und den Methoden. Kurz und nicht vollumfänglich aber ehrlich und ohne Marketingversprechen von uns beantwortet.

Kann man ein Tattoo wirklich ohne Laser entfernen? 

Ja, medizinisch und technisch ist das absolut möglich und je nach vorliegender Indikation ja auch notwendig. Von der chirurgische Exzision über eine Dermabrasion bis zur Salabrasion oder Kryotherapie.

Alle diese Methoden sind jedoch mit erheblicheren Risiken und schlechteren kosmetischen Ergebnissen verbunden als bei der Lasertherapie. Eine Ausnahme kann die chirurgische Exzision bei kleinen Tätowierungen oder anderen speziellen Indikationen sein.

Ist die Tattooentfernung mit Milchsäure oder Liquid Acid sicher?

Klares Nein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in berlin warnt seit 2011 explizit vor dieser Methode. Milchsäure-basierte Verfahren führen regelmäßig zu schweren Entzündungsreaktionen und ausgeprägter Narbenbildung.

Es gibt keine klinische Evidenz für eine sichere und narbenlose Wirksamkeit. Eingesetzt werden solche Remover-Methoden jedoch häufig.

Teils mit sehr fragwürdigen Inhaltsstoffen der unterschiedlichen Präparate, zu denen man auch auf Nachfrage kaum Auskünfte erhält. Man dürfte derweil gerne mal drüber nachdenken warum?!

Warum ist Tattooentfernung mit Laser besser als andere Methoden?

Die beste Methode ist sich im Vorfeld ausreichend Gedanken dazu zu machen, was man sich wie, wohin, wann und womit tätowieren oder pigmentieren lassen will, um sich erst gar nicht mit der Tattooentfernung beschäftigen zu müssen.

Aber wir kennen es alle, Fehler passieren und dann müssen die besten Lösungen her. Nano- und Pico-Laser sind die einzigen Systeme, die Tattoo-Pigmente selektiv adressieren können, ohne das umliegende Hautgewebe systematisch mit zu schädigen.

Zudem ist die Laser-Methode nicht nur gut erforscht (wenn auch nicht ausreichend) und evidenzbasiert, sondern hat sie auch das geringste Narben-Risiko inne. Gerade unter adäquater Anwendung von echter Pikosekunden-Lasertechnik.

Was ist die sicherste Alternative zur Tattooentfernung mit Laser?

Bei kleinen Tätowierungen oder wenn eine Laserbehandlung kontraindiziert ist, kann die chirurgische Skalpell-Exzision durch einen erfahrenen Arzt eine valide Option sein.

Sie garantiert eine vollständige Pigment-Entfernung aus der Haut, hinterlässt aber unweigerlich eine Narbe. Experten auf dem Gebiet wissen aber, wie man sie so wenig wie möglich sichtbar hinbekommt.

Sind Cremes oder Hausmittel zur Tattooentfernung wirksam?

Nein! Weder topische Cremes noch Hausmittel wie Zitronensaft, Honig oder Aloe vera und Co. sind in der Lage, Tattoo-Pigmente aus der Dermis zu entfernen. Sie sind gut für AUF der Haut aber nicht für IN der Haut.

Die Pigmente sitzen tief und dauerhaft in der mittleren Hautschicht. Eine oberflächliche Anwendungen erreichen diese Schicht schlicht nicht. Aber wer möchte, kann sich natürlich auch mit Mayonnaise einkremen. Nur die Tätowierung bleibt!

Was passiert, wenn Tattooentfernung ohne Laser schiefgeht?

Je nach der von uns hier aufgeführten Methode zur Tattooentfernung ohne Laser Methode drohen unterschiedlich Grade von Narbenbildung, Hypo- oder Hyperpigmentierungen, Infektionen, Keloide oder im schlimmsten Fall chemische Verbrennungen.

Bei unsachgemäß durchgeführten Eingriffen durch dann auch noch nicht-medizinisches Personal können diese Schäden nicht nur ausufern, sondern dauerhaft sein.

Diese Informationen sind von uns allgemein gehalten und nicht allumfassend. Sie ersetzen nicht das Beratungsgespräch mit Ihrem Laser-Mediziner. Haben Sie weitere Fragen und wünschen eine ausführliche Aufklärung zu den Methoden der Tattooentfernung ohne Laser, dann machen Sie bitte noch heute einen Termin bei Ihrem Laserologen vor Ort



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