Brustwarzenrekonstruktion – Dank Tätowierung zurück ins Leben!

Brustwarzenrekonstruktion – Dank Tätowierung zurück ins Leben!

Alternative wie Ergänzung zum operativen Brustaufbau – die medizinische Tätowierung

Die Diagnose Brustkrebs gehört vermutlich zu den weit verbreitesten Horrorvorstellungen unserer weiblichen Bevölkerung. Das Mammakarzinom ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei Frauen. [1] Die Überlebensrate in der Fünfjahresperiode nach einer Brust-OP liegt in Deutschland bei ca. 70 %.

Neben der wechselvollen jüngeren Diskussion über Sinn und Unsinn der Brustkrebs-Screenings, trägt sicherlich die Erinnerung an die »klassische« Behandlungsmethode, nämlich die vollständige Amputation der Brust, zu diesem Zustand bei.

Die radikale Mastektomie (Rotter-Halsted-Operation), bei der die Brust, Brustmuskel und Lymphknoten entfernt werden, kommt heute allerdings nur noch selten zur Anwendung. Das Verhältnis dieser Radikalkur zu einer Therapie, die die Brust erhält, hat sich mittlerweile umgekehrt – etwa 70 % der Eingriffe sind lokal begrenzte Operationen. [2] Bei der Entfernung befallenen Gewebes gibt es außerdem unterschiedliche Arten des Eingriffs.

Übersichtartig unterscheiden lässt sich wie folgt: Eine einfache Mastektomie umfasst die operative Entfernung von Brustwarze, Haut, Fett- und Bindegewebe des Brustmuskels; die modifizierte Form der radikalen Mastektomie sieht zusätzlich die Entnahme einer bestimmten Anzahl von Lymphknoten vor.

In beiden Fällen verlieren die Betroffenen sichtbar eine bzw. beide Brüste. Einzig bei der subkutanen Mastektomie bleiben Haut und Brustwarze erhalten. Dementsprechend stiftet eine spätere Brustrekonstruktion ein natürliches Aussehen.

Diese Operation hatte vor einiger Zeit u.a. die Schauspielerin und Regisseurin Angelina Jolie präventiv durchführen lassen und später ausführlich in einem Gastbeitrag in der New York Times beschrieben. Die Krankenkassen in Deutschland übernehmen in der Regel die Kosten einer rekonstruktiven Operation.

Verschiedene Wege, mit den Konsequenzen der Mastektomie umzugehen

Abgesehen von der drohenden Gefahr des Todes, dem Eingriff und der Strahlen- und der Chemotherapie, spielt die Aussicht, zukünftig sichtbar gezeichnet zu sein in psychologischer und sozialer Hinsicht eine bedeutende Rolle für die Lebensqualität der Patientinnen.

In vielen Fällen ist ein Aufbau der Brust mit Implantaten oder Eigengewebe möglich, erfordert jedoch meist einen weiteren operativen Eingriff.

Im Anschluss an eine OP, bei der die Brustwarze und der Brustwarzenhof nicht erhalten werden konnten, ist die optische Rekonstruktion der Brustwarze eine geeignete Maßnahme. »Gekonnt« ist das Stichwort: Kunstfertigkeit hier von größter Bedeutung.

Tätowierung als Teil der Brustrekonstruktion 

(ausführlichere Antworten im angefügten Interview)

  • die Brustwarzenpigmentierung kann als Tätowierung ausgeführt werden
  • möglich nach vollständiger Abheilung der Operationsnarben
  • die Kosten liegen pro Brustseite im mehrstelligen Euro-Bereich
  • es werden neben der Vorbesprechung mehrere Sitzungen benötigt
  • die Krankenkassen übernehmen die Kosten

Auf dem Gebiet der Brustwarzenpigmentierung (photorealistische Rekonstruktion der Brustwarze) hat sich in Deutschland Star-Tätowierer Andy Engel zusätzlich einen Namen gemacht. Seit 2009 verhilft er – u.a. in Kooperation mit Medizinern und Kliniken – Patientinnen mit seinen detailgetreuen Tätowierungen zurück in eine höhere Lebensqualität.

Dr. Harald Strauß (vom Textbureau Strauß) hat für uns mit Andy ein interessantes und ausführliches Telefon-Interview zum Thema geführt, dass sich auf jeden Fall lohnt anzuhören:

Andy-Engel-Tattoo-Copyright-2015

Interview mit Andy Engel zum Thema

„Brustwarzenpigmentierung“ auf Youtube.com

Alternativ dazu – und vor allem ohne operativen Eingriff – bietet die Tätowierkunst auch gänzlich andere Wege, mit der Zäsur der Mastektomie umzugehen.

Das US-amerikanische Personal Ink Project bringt zu diesem Zweck Brustkrebspatientinnen mit Tattoo-Artists zusammen, um die sichtbaren und unsichtbaren Narben mit wunderschönen Tattoo-Motiven zu covern.

Natürlich geht auch beides: Operative Rekonstruktion und Cover-up der Narben mittels Tattoo.

Notabene: Auch wenn Brustkrebs landläufig als »Frauenkrankheit« angesehen wird, Männer erkranken ebenfalls am – virilen – Mammakarzinom, wenn auch weit seltener. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 610 Neuerkrankungen registriert.

Dem stehen 70.000 erkrankte Frauen im jährlichen Durchschnitt gegenüber. Neben genetischen Gründen spielen Übergewichtigkeit, Lebererkrankungen, radioaktive Strahlung und vermutlich auch die Einnahme von wachstumssteigernden Hormonen, wie sie selbst unter Freizeit-Bodybuildern üblich geworden sind, eine Rolle.

Für Männer gibt es häufiger als für Frauen keine Alternative zu einer radikalen Mastektomie. Auch hier können Tattoo-Artists postoperativ Kaschierungen verschaffen.

Weitere Informationen zu Andy Engel gerne unter (neu) www.andyengel.tattoo oder www.andyengel-medtattoo.com

Zur Facebook Fan-Page von Andy Engel geht es hier: www.facebook.com/AndyEngelTattoo

u.a. weitere interessante Adressen im Netz:

http://www.mastectomy.ink/


[1] Ferlay J. (2001): International Agency for Research on Cancer. Genf: World Health

Organisation.

[2] Muggendorfer, Roland (2005): Brusterhaltende Therapie versus Mastektomie beim Mammakarzinom:

Langzeitergebnisse einer Matched-Pair-Analyse. München: LMU (Diss.)

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