2015 – Das Jahr in dem das Pferd zur Ziege wurde

2015 – Das Jahr in dem das Pferd zur Ziege wurde

Hier und da sieht man sie noch. Asiatische Schriftzeichen, die sich einst besonderer Beliebtheit als Tattoo-Motiv erfreuten.

Auch, wenn man sich heutzutage fragt, ob Chinesen sich wohl deutsche Wörter in den Nacken oder auf den Oberarm stechen lassen!?

Das Jahr in dem das Pferd zur Ziege wurde, eignet sich visuell auf jeden Fall.

Wer es noch einmal wagen möchte, der hat mit Beginn des neuen Jahres des Yang im chinesischen Mondkreiskalender, ab 19. Februar 2015, entsprechende Motivauswahl dafür: 

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Wie es die Eigenarten der Übersetzung nun einmal wollen, kann Yang hier sowohl als Ziege – genauer als »Holz-Ziege« – oder als Schaf gedeutet werden. Die Chinesen nennen die Ziege manchmal »Bergschaf«, heißt es… 

Friede sei mit uns (im »Haus der Sexualität«)

Aber es kommt noch besser: Während das vergangene Jahr des Pferdes im Zeichen wilder Männlichkeit stand, trappelt das Schaf oder die Ziege friedlich, sanft und kreativ ins »Haus der Sexualität«. Profitieren sollen im Jahr Ziege/Schaf die schönen Künste.

Das könnte doch ein Grund sein, sich 2015 ein Tattoo stechen zu lassen, mag da manch einer denken! Mit kosmischer Garantie, sozusagen. Aber könnte es nicht auch bedeuten, der Schönheit zum Durchbruch zu verhelfen, indem man einen Termin beim Laserologen macht und sich von einem Hautbildchen trennt?

Auch sollen die häuslichen Künste in diesem Jahr unter einem günstigen Stern stehen – vielleicht gut für jene, die selbst als Tätowierer in Erscheinung treten wollen? Wir sollten auch keine großen Umwälzungen in der Politik erwarten (das kennen wir schon seit 1982).

Das freundlich, sanfte und mitfühlende Schaf/Ziegentier ist also der große Friedensbringer.

Jedem Viech wird außerdem ein »Element« zugeordnet. In diesem Jahr Holz. Der chinesische Tierkreis ist ein zwölfjährlicher Zyklus, kombiniert mit den fünf Elementen kehrt die gleiche Konstellation alle 60 Jahre wieder. Was also war vor 60 Jahren auf der Welt los?

Im Jahr 1955 führt Bhutan die erste Briefmarke ein. Marian Anderson darf als erste Afroamerikanerin in der Metropolitan Opera singen, Schostakovitschs »Aus der jüdischen Volkspoesie« op. 79 wird uraufgeführt und Scrabble kommt auf den Spielemarkt – schon mal nicht übel in Sachen Künste.

In West-Bengalen wird das Jagirdari-Fronsystem verboten und Land an Landlose verteilt, Rosa Parks fährt Bus und wird verhaftet, weil sie nicht länger die Rassentrennung in den USA hinnimmt, der Montgomery Bus Boycott ist geboren und obsiegt, Adenauer nimmt diplomatische Beziehungen mit Moskau auf – auch nicht schlecht in Sachen Gerechtigkeit.

Na ja, es ist auch viel Unerfreuliches 1955 passiert…

Und nun? Ein Vielfarb-Tattoo mit dem Friedensbringer im Haus der Sexualität? Stiftet die Sondermarke der Volksrepublik China Inspiration zum neuen Jahr 2015?

China-Post-Year-of-the-Goat-2015-Photo-by-Zhang-Binbin_-Asianewphoto-Copyright

Vielleicht doch besser auf 2016 und das Jahr des Affen warten?

Happy New Year!! 

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