Risiken & Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen der Lasertherapie zur Tattoo- und Pigmententfernung

Wichtige Punkte, die Sie wissen sollten

Wie bei allen anderen Entfernungsmethoden auch, ist die Anwendung eines nicht-ablativen minimalinvasiven Lasersystems eine ästhetisch-kosmetische Behandlung, die mitunter mit Risiken verbunden sein kann. Die Unterschiede der einzelnen Lasertypen- und -systeme sind groß und vom Laien auf den ersten Blick nicht immer erkennbar. Zudem nimmt die Anzahl von Billigimporten rasant zu. Bedenken Sie daher bitte immer, dass es neben Ihrer Gesundheit um Ihr größtes und schönstes Organ geht – Ihre Haut!!

Tattooentfernung also nur beim ausgebildeten Lasertherapeuten mit Erfahrung und zugelassener Lasertechnik!

Laser werden in der Wirtschaft sowie in der Medizin eingesetzt. Der enorme Vorteil von Lasersystemen in der Medizin: Sie können mit sehr hohen Energiedichten und Laserimpulsbreiten im Nano- oder sogar Pikosekundenbereich arbeiten und so gezielt kleinste Areale der Haut behandeln, ohne dass ein Skalpell zum Einsatz kommen, noch die Haut geöffnet werden muss. Das schont Ihre Gesundheit, verringert Verletzungen und Nebenwirkungen und beschleunigt den Heilungsprozess.

Doch bedenken Sie, dass der stark gebündelte Laserstrahl, der das ungewünschte Farbpigment zur Zertrümmerung bringt, manchmal auch Schmerzen erzeugen kann. Je nach eigenem Empfinden sind die Aussagen hierzu sehr unterschiedlich.

Schmerzen bei der Laserbehandlung

In der Regel wird der Behandlungsschmerz mit dem des Tätowierens oder heißen Fettspritzern auf der Haut gleichgesetzt. Durch einfache Kühlung des zu behandelnden Areals wird der Schmerz aber verringert.

Besonders schmerzempfindliche Menschen verspüren während und nach der Behandlung ein leichtes Schwindelgefühl und sogar Übelkeit durch eine Kreislaufschwäche. Hierbei können örtliche Betäubungen vorgenommen werden, über die Sie der Arzt gerne gesondert aufklärt. 

Während oder nach der Behandlung kann das Hautareal geschwollen und/oder gerötet sein. Bei einer sehr starken Reaktion kommt es auch zu Blutungen und Krusten- oder Blasenbildungen. Diese klingen normalerweise nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Wichtig für die Vermeidung von Narbenbildung oder Infektionen ist – Sie dürfen die Bläschen nicht selber und unsteril aufstechen. Entstandene Krusten müssen nach Abheilung von alleine wieder abfallen. Nur so regeneriert sich das Hautareal optimal. Jucken gehört leider zum Heilungsprozess.

Infektionen durch Herpesviren (können durch den Laser aktiviert werden) und Bakterien entstehen oft bei unprofessioneller Behandlung und mangelnden hygienischen Begebenheiten. Vermeiden Sie für die nächsten 5-7 Tage Saunagänge und Vollbäder. Duschen ohne Seife ist möglich, wobei die behandelten Hautstellen durch abtupfen getrocknet werden sollten. 

Farbumschlag durch Laserbehandlung

Hell- oder Dunkelfärbung des gelaserten Areals sind eher selten. Falls doch, kann sich die Haut im Laufe der Zeit in der Regel wieder selbst regenerieren und die Hyper- oder Hypopigmentierung verschwindet innerhalb von 5 -6 Monaten. Ausgelöst wird dieser Effekt u.a. durch das in der Haut befindliche Melanin, das von der Lasertherapie je nach verwendeter Laserlichtwellenlänge ebenfalls behandelt/ beeinträchtigt wird. Schützen Sie daher nach jeder Behandlung bitte das Hautareal vor UV-Strahlung. Solariengänge oder Sonnenurlaube sollten bis zum Ende der Therapie gänzlich vermieden werden. Je gebräunter die Haut ist, desto wahrscheinlicher ist eine ungewünschte Aufhellung der Stelle während des laserns. Urlaubspausen können Sie mit Ihrem Lasertherapeuten abstimmen. 

Zudem kann es durch die Lasertherapie zu einem Farbumschlag (auch dunklere Farben) innerhalb des behandelten Tattoos kommen. Eine kostenlose Probebehandlung eines kleinen Randbereiches sollte daher immer zum Beratungsgespräch gehören, da kein Therapeut weiß um welche Farbzusammensetzung es sich bei Ihrem Tattoo oder Permanent Make-up handelt. 

Blutverdünnende Arzneimittel wie Aspirin oder Acetylsalicylsäure sollten ca. 1 Woche vor Behandlungsbeginn abgesetzt werden, um Blutergüsse zu umgehen. Es gibt zudem zahlreiche photoempfindliche Medikamente und Mittel, die eine sichtbare Reaktion nach dem Lasern in der Haut hinterlassen. Welche Stoffe hiervon betroffen sind, klären Sie bitte mit Ihrem beratenden Laserologen und geben Sie diese in Ihrem Anamnesebogen unbedingt an. Hierzu zählen als Beispiel auch Johanniskraut und/ oder Antidepressiva.

Können Tätowierungen Krebserkrankungen auslösen?

Regelmäßig werden Untersuchungen zu Tattoofarben durchgeführt, die belegen, dass sich bedenkliche und gefährliche Inhaltsstoffe in ihnen befinden. Ausschlaggebend für die Antwort auf die Frage der krebserregenden Stoffe ist u.a. die Betrachtung der enthaltenen Azo-Farbstoffe und/oder Azo-Pigmente, möglicher Schwermetalle in einigen Tätowiermitteln, die allergische Reaktionen auslösen können und vor allen Dingen mögliche Spaltprodukte, die beim zertrümmern der Farbpigmente durch Laserstrahlung oder einfache Sonnenbestrahlung entstehen können.

Azo-Farbstoffe werden z.B. zur Einfärbung von Papier, Textilien, Ölen uvm. verwendet, da ihre farblichen Eigenschaften sehr gut sind und starke Leuchtkraft beinhalten. Azo-Farbstoffe, die giftige oder krebserregende Amine beinhalten und freisetzen können, sind in Deutschland für Tätowiermittel laut Tätowiermittelverordnung und anderen Regelungen verboten aber in vielen ausländischen Tattoofarben immer noch nachzuweisen.    

Auch sogenannte Azo-Pigmente sind in einer Reihe von Tätowiermitteln zu finden. Sie unterscheiden sich von den Azo-Farbstoffen insofern, dass sie praktisch unlösliche, stark färbende, ungiftige Pulver sind, die vom Körper nicht aufgenommen oder zersetzt werden können.

Der Unterschied der beiden Farbstoff-Gruppen besteht nun darin, dass Azo-Farbstoffe vom Körper selbst wieder in die Ausgangsstoffe gespaltet werden können. Azo-Pigmente hingegen werden nach Kenntnisstand erst durch UV-, Röntgen-, Gama-, oder Laser-Bestrahlung aufgespaltet. Dabei werden besorgniserregenden aromatischen Amine freigesetzt (sogenannte reduktive Spaltung von aromatischen Aminen), die Krebs verursachen können – aber nicht müssen! Sie kennen das Thema sicherlich noch in Bezug auf den Verzehr von Chips, Knäckebrot und Grillfleisch. Eine genauere und wirklich ausführliche wissenschaftliche Untersuchung gibt es leider noch nicht.

Die Frage die sich hierbei auch immer noch stellt, ist, werden die vom Licht zersprengten Tattoo-Pigmente vom Körper komplett über das Lymphsystem abtransportiert und lagern sich die Substanzen irgendwo im Körper ab? 

Möchten Sie mehr und genaueres zu den Themen wissen, dann finden Sie eine ganze Reihe von Studien und Untersuchungen in unserer Link-Sammlung zu lesenswerten Publikationen.

Vorsicht bei Tätowiermitteln im Ausland

In vielen Fällen, gerade bei im Ausland gestochenen Tätowierungen, erfährt man als künftiger Tattooträger nur selten etwas über die enthaltenen Inhaltsstoffe dort verwendeter Tätowiermittel. Schwermetalle und industrielle Abfallprodukte werden oft herangezogen, um den Tinten mehr Farb- oder Leuchtkraft zu geben. Diese Inhaltsstoffe können unter anderem zu massiven allergischen Reaktionen führen. Dr. Landthaler von der Uni Regensburg war zu dem Thema Tattoofarben an der bis dato umfangreichsten Studie maßgeblich beteiligt und berichtete von Symptomen wie Schwellungen, Rötungen, Juckreize als allergische Reaktionen auf vor Jahren gestochenen Tätowierungen einiger Umfrage-Teilnehmer.  

Halten Sie sich bitte bei Ihren Recherchen zu Tattoofarben am besten an die Angaben der Tätowiermittelverordnung (TätoV), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Da das Thema Tattoofarben, Tätowiermittelverordnung und gesundheitliche Auswirkungen sehr prägnant ist, sind wir seit 2013 in Zusammenarbeit mit Medizinern, Tätowierern und Wissenschaftlern daran dieses genauer zu ergründen und ausgiebig darüber berichten! Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nur sehr oberflächlich an dieses Thema herangehen. Mehr dazu finden Sie dazu immer wieder in unserem Blog-Bereich!

BfR: neue Untersuchungen zum Pigment Phthalocyanin-blau (auch Kupferphthalocyanin oder Pigment B15:3 genannt) und die Bestrahlung mit Rubin- und Nd:YAG Lasern.

Fragen Sie bitte hierzu auch Ihren behandelnden Laserologen.

Entscheidend für ein erstklassiges Behandlungsergebnis ist das verantwortungsvolle Verhalten des Lasertherapeuten und die genaue Aufklärung des Kunden in der Nachsorge! Ein Erfolg der Lasertherapie hängt also auch von Ihrem Mitwirken ab!

Jedoch: Eine Garantie für eine 100-%ige Tattooentfernung gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht!

Was Sie tun oder lassen sollten:

  • vermeiden Sie Sonnenbäder vor und nach der Laserbehandlung
  • vermeiden Sie Vollbäder und Saunagänge für 5 – 7 Tage
  • reinigen Sie das Hautareal mit antibakteriellen, alkoholfreien Lösungen
  • Krusten und Bläschen verschwinden von alleine wieder (nicht aufstechen!)
  • vermeiden Sie Knibbeln und tupfen Sie die Hautstellen nach der Reinigung nur vorsichtig ab
  • vermeiden Sie massive Muskelkontraktion durch Sport für die nächsten 3- 5 Tage, um Gefahren der Entzündung zu minimieren und den Heilungsprozess nicht zu behindern

Um den Stoffwechsel anzuregen und dem Lymphsystem zu helfen die Farbpigmente rasch abzubauen, trinken Sie ausreichend Wasser und gehen Sie spazieren. Das regt den Stoffwechsel an.

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Am allerwichtigsten für Sie zu wissen ist: 

Für eine erfolgreiche Tattooentfernung mittels Laser benötigen Sie vor allen Dingen Geduld

Jede Tätowierung ist, genau wie jeder menschliche Körper, sehr individuell! Eine Garantie für eine 100%ige Tattoo- /Pigmententfernung gibt es nicht! Lassen Sie sich nicht von vorher/nachher-Bildern beeinträchtigen. Gezeigt werden hierbei in der Regel nur die besten Ergebnisse, die oftmals nur Lucky-Punshes sind oder im schlimmsten Fall sogar digital nachbearbeitet wurden!

Diese Informationen sind allgemein gehalten und nicht umfassend. Sie ersetzen nicht das Beratungsgespräch mit Ihrem Lasertherapeuten. Haben Sie Fragen, dann machen Sie noch heute einen Termin bei Ihrem Dermatologen vor Ort. Für weitere Fragen und einer ausführlicheren Aufklärung zu Risiken und Nebenwirkungen, fragen Sie bitte auch Ihren Arzt oder Apotheker!

Einige häufig gestellte Fragen haben wir in einem gesonderten Menüpunkt auf unserer Website beantwortet.