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von Dr. Klaus Hoffmann, Bochum, 15.01.2015: 

In Deutschland gibt es rund 7 Millionen Menschen mit einem Tattoo. Davon suchen 10 % pro Jahr die Hilfe von Fachleuten, um dies zu verändern. Dies ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), welche die Bochumer Universitätshautklinik zusammen mit den führenden deutschen Tattoo-Verbänden durchgeführt hat. Es handelt sich damit um eine sehr große Zahl von Patienten.


 

Unberücksichtigt dabei sind Probleme, die sich aus und um Tätowierungen herum ergeben. Natürlich gibt es Unverträglichkeiten, natürlich gibt es immer wieder Fragen zur Nachsorge oder auch Spezielles wie zum Beispiel bei Patienten mit multiplen dysplastischen Nävi.

Völlig unstrittig befindet sich ein Tattoo in der Haut. Damit ist es primär Aufgabe der Dermatologie, sich um diese Patienten zu kümmern. Ehrlicherweise werden viele Dermatologen/ -innen zugeben müssen, dass dieses Thema, obwohl es 7 Millionen Menschen betrifft, in ihrer Fortbildung vernachlässigt wurde.

Ehrlicherweise ist es auch so, dass man wenig über Tattoo-Farben weiß. Es gibt nur wenige gute Fachleute, die überhaupt Sinnvolles dazu erzählen können. Auch wenn nur wenige Dermatologen/-innen sich mit der Entfernung von Tattoos tatsächlich intensiv beschäftigen – allgemeine Kenntnisse zum Thema sind eine Pflichtaufgabe unseres Faches!

Auf Seiten der Tätowierer gibt es wenig Vertrauen zur Dermatologie, da hier auf der Seite der Medizin häufig nur von der Entfernung gesprochen wird. Damit „vernichten“ wir die kunstvolle Arbeit des Tattoo-Künstlers und sie/er ist zu einer Zusammenarbeit nur wenig gewillt. Hier gilt es also, auf beiden Seiten Vertrauen zu schaffen.


Sehr erfolgreich wurde im letzten Jahr eine Serie von Fortbildungsveranstaltungen begonnen. Die erwähnte Bochumer GfK-Studie (Umfrage zu Tattoo & Piercing in Deutschland 2014) ist eines der Ergebnisse. In dieser Serie agiert die Spitze der Tattoo-Community zusammen mit Ärzten. Die letzte Fortbildung Anfang 2014 war restlos ausgebucht. Das Bochumer Hörsaalzentrum war überbucht. Wie vielen Dermatologen ist eigentlich bekannt, dass es in Deutschland geschätzt über 50.000 Tätowierer gibt, von denen leider nicht alle organisiert sind!

Auch in diesem Jahr wird eine gemeinsame Veranstaltung angeboten. Highlights der Tattoo-Tagung 2015 wird u.a. Michel Dierks sein, der weltweit führende Experte auf dem Gebiet der Entwicklung von Tattoo-Pigmenten. Niemand sonst kann so gut erklären, was zurzeit in der Forschung aktuell los ist, was implantiert und wie produziert wird.

Ebenfalls eine Besonderheit ist, dass Professor Jorgen Serup aus Kopenhagen einen Vortrag über Nebenwirkungen hält. Herr Serup ist DER führende Wissenschaftler, der sich ausschließlich um diese Thematik mit Schwerpunkt „Immunreaktionen“ kümmert. Es gibt weltweit keine Klinik, die sich so intensiv mit allen Aspekten der Tätowierung beschäftigt wie die Bispebjerg Klinik in Kopenhagen. Das Zentrum für Lasermedizin des Landes Nordrhein-Westfalen wird Erfahrungen um die Pikosekunden-Laser beitragen (hier speziell Alexandrit (PICOSURE®) und Neodym:YAG (ENLIGHTEN®).

Bekannterweise ist hier eine neue Generation von Lasern in den Markt gebracht worden, die mit extrem kurzen Lichtimpulsen die Pigmente zerstören sollen. Dies nunmehr ohne thermische Übertragung, sondern mittels einer Stresszertrümmerung der Pigmentteilchen. Es entstehen keine Hitzeschäden mehr und keine Narben. Obendrein lassen sich Tätowierungen ca. 5x schneller entfernen als früher.

Bei der Tagung wird es um psychosoziale Aspekte der Tätowierung ebenso gehen wie um allgemeine Fragen der Body-Modification. In Deutschland gilt hier Prof. Erich Kasten aus Hamburg als der führende Spezialist.


In dieser Form gibt es eine solche Veranstaltung weltweit nicht!


Die Tattoo-Tagung in Bochum 2015 ist völlig industrieunabhängig, d.h. auch die Wirkung und Nebenwirkung von Lasern und/ oder Produkten wird objektiv durchleuchtet werden. Referenten wie Andy Engel, der zu den drei besten Tätowierern der Welt gezählt wird, tragen ebenfalls vor. Es werden auch Live- Tätowierungen mit laufender Kamera vorgenommen, so dass man sehen kann (dies ist ja nicht allen Ärzten bekannt), wie ein Tattoo tatsächlich appliziert wird.

Ebenfalls stolz sind die Veranstalter darauf, dass Dr. Marc Benecke vorträgt. Dieser ist einer der bekanntesten Redner der Tattoo-Szene. Viele kennen ihn bereits als einen der international anerkanntesten Kriminalbiologen und Spezialisten für forensische Entomologie aus Fernsehsendungen.

Konkret laden wir daher am 7. Februar 2015 in die Universitätsstadt Bochum in die Universitätshautklinik ein. Die Veranstaltung zum Tattoo findet im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals statt, das über den Stadionring Bochum zugängig ist. Ein Parkhaus ist direkt gegenüber. Das Hörsaalzentrum liegt direkt an der A40 Abfahrt Ruhrstadion. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, der Kostenbeitrag beträgt 20€.


Für Rückfragen steht Dr. Klaus Hoffmann unter k.hoffmann@derma.de zur Verfügung. Weitere Informationen befinden sich auf der Internetseite:

http://doc-tattooentfernung.com/tattoo-tagung-bochum-2015-alles-ueber-herkunft-psyche-stechen-lasern-gesundheit


Text: Dr. med. Klaus Hoffmann, Leiter der Abteilung für ästhetisch operative Medizin, Arzt für Dermatologie und Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin, Phlebologie und medikamentöse Tumortherapie, St. Josef Carée, Hautuniklinik Bochum, Ruhr-Universität Bochum (RUB)


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