Alle Neuigkeiten der Kategorie: Tätowierung

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"Ein Drittel der Unverträglichkeitsreaktionen auf Tätowiermittel sind wahrscheinlich allergischer Natur." - Wer sich Fachwissen über Tattoo- und Permanent Make-up Farben und deren mögliche Reaktionen im menschlichen Körper aneignen möchte (gilt für Ärzte, Tätowierer und Tattoo-Träger gleichermaßen), dem empfehlen wir diesen Fachartikel von Dr. rer. nat. Steffen Schubert vom IVDK e.V.        Autor: Dr. rer. nat. Steffen Schubert Korrespondenzadresse: Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK e.V.), Geiststr. 3, 37073 Göttingen, Email: sschube4@gwdg.de Kurzfassung Tattoos und Permanent Make-up sind zwei Wege der immerwährenden Verschönerung des menschlichen Körpers und gewinnen heutzutage an Popularität. Weltweit sind Dermatologen vermehrt mit Unverträglichkeitsreaktionen konfrontiert. Dieser Artikel liefert eine Übersicht über Inhaltsstoffe von Tätowierfarben, klinische Erscheinungsbilder und diagnostische Möglichkeiten bei nichtinfektiösen Unverträglichkeitsreaktionen. Inhaltsstoffe von Tätowiertinte umfassen Pigmente, Bindemittel, Lösungsmittel und Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel. Die Dekomposition von Pigmenten durch Laser- oder UV- Strahlung spielt eine Rolle bei Reaktionen mit allergischer Pathogenese. Lichenoide Reaktionen, Hyperkeratosen, Kontaktekzeme oder Pseudolymphome werden bekannten Differentialdiagnosen wie Granulomen, Sarkoidose und Photosensitivität gegenübergestellt. Bisher existiert keine offizielle Epikutantest-Empfehlung bei Tattoo- Unverträglichkeit; dieser Artikel bietet jedoch eine Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter Testsubstanzen auf der Basis vorhandenen Wissens.   Schlüsselwörter Tattoo-Komplikationen, Tattoo-Sensibilisierung, Tätowierfarbe, allergisches Kontaktekzem, lichenoide Reaktion, Pigmente, Metalle   Non-infectious tattoo reactions Abstract Tattoos and Permanent Make-up are two ways of everlasting beautification of the human body and these days gain rising popularity. Allergologists all over the World are confronted with increased numbers of intolerance tattoo reactions. This article comprises an overview about ingredients of tattoo inks, clinical appearances and diagnostic possibilities in non-infectious adverse reactions. Decomposition of pigments by laser or UV irradiation plays a role in allergic pathogenesis. Lichenoid reactions, hyperkeratoses, allergic contact eczemas and cutaneous lymphoid hyperplasia are contrasted with common differential diagnoses like granuloma, sarcoidosis and photo- sensitivity. For the time being, no official patch test recommendation exists so far. Nevertheless, this article provides assistance for the choice of test substances based on existing knowledge. Keywords tattoo complication, tattoo sensitization, tattoo ink, allergic contact dermatitis, lichenoid reaction, pigments, metals   Der Artikel von Dr. rer. nat. Steffen Schubert wurde in "Dermatologie in Beruf und Umwelt", Jahrgang 66, Nr. 1/2018. S. 3-13 veröffentlicht und steht zum freien Download über den Dustri-Verlag bereit. >> Link zum Artikel _________________________________ Die Deutsche Kontaltallergie-Gruppe (DKG) Ebenfalls in diesem Zusammenhang interessant sind hierzu die Stellungnahmen und Empfehlungen der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG) in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zu verschiedenen Themen rund um Kontaktallergien und Testungen. Ebenso können hier einige Leitlinien zur Kontaktallergie abgerufen werden. Zur Website der DKG >> http://dkg.ivdk.org/leitlinien.html   .  
  (...) Dass frische Tattoos nicht in die Sonne gehören und Chlor- sowie Salzwasserkontakt besonders in den ersten vierzehn Tagen unbedingt zu vermeiden ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch wie verhält es sich mit abgeheilten Tätowierungen? (...) Unser Netzwerk-Dermatologe und Laser-Spezialist Dr. Dr. Hans Bayer, Oberarzt an der Universitätsklinik Freiburg und Inhaber einer eigenen Laser-Praxis, im Interview mit Diana Ringelsiep und Dirk-Boris Rödel für das TätowierMagazin.   Hier geht es zum Beitrag aus der auktuellen Ausgabe 09/ 2019 des TätowierMagazins >>  (Bild: TätowierMagazin Ausgabe 08/ 2019 Cover) Die komplette Ausgabe vom TätowierMagazin 08/19 findet Ihr hier >>       Dr. Dr. med. univ. Hans Bayer ist nicht nur selbst verziert und tattoobegeisterter Hautfacharzt, sondern koordinierender Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Freiburg mit dem Schwerpunkt Lasermedizin. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Erforschung und Weiterentwicklung lasergestützter Behandlungen.  Hauttumorzentrum in der Klinik für Dermaotlogie und Venerologie in Freiburg >> und Achromatique Tattooklinik Freiburg >>   .  
  Ärztin für Allgemeinmedizin und ästhetische Medizin Frau Dr. med. univ. Petra Hirtler behandelt seit 5 Jahren Patienten verschiedenste Arten von Hautmakeln und Tätowierungen mit unterschiedlichen Lasersystemen. Über ihre Erfahrungen im Umgang mit diesen Lasersystemen und die jüngsten Entwicklungen zu Tattoos, der Laser-Dermatologie und der wachsenden Nachfrage zu Laserbehandlung in Österreich, sprach Frau Dr. Hirtler mit DocTattooentfernung. Und Sie weiß wovon Sie spricht, wenn es um bunte Kunst in ihrer eignen Haut geht.        Bitte stellen Sie sich und Ihre dermatologische Praxis „Tattooentfernung Wien“ in The Aurora Ärztezentrum in kurzen Sätzen vor. Als Ärztin für Allgemeinmedizin spezialisierte ich mich im Laufe meiner Tätigkeit auf den Bereich der ästhetischen Behandlungen. Hier konnte ich viele Jahre Erfahrung und Expertise bei namhaften Ärzten und an renommierten Kliniken sammeln. Schon bald habe ich mich ganz den minimal-invasiven Behandlungen - also ohne Schnitt & Operation - der Laser-Tattooentfernung verschrieben. Die Faszination auf diesem Gebiet liegt für mich darin, dass ich jeden Tag interessanten Menschen und ihren Geschichten begegnen darf, dass sich dieser Sektor der Medizin immer wieder weiterentwickelt und Neues mit sich bringt, und dass sich hier zwei meiner Leidenschaften - die Medizin und die Kunst - miteinander verbinden lassen. Bereits während der Schulzeit konnte ich meiner Leidenschaft für Ästhetik und künstlerisches Gestalten in einer Ausbildung zur Goldschmiedin nachgehen und schon damals hat mich die Kunst und die Möglichkeit durch sie mehr Glanz und Freude in die Augen der Menschen zaubern zu können, fasziniert. Ich möchte durch meine Arbeit die Menschen dabei unterstützen, sich selbst als das Kunstwerk ihres Lebens erkennen zu können. Beim Blick in den Spiegel sollte ihnen ihr schönstes Selbst entgegenlachen. Denn genau in diesem Lächeln steckt schon all ihre Schönheit!   2. Die Tätowierung und das Permanent Make-up ist in unserer westlichen Gesellschaft heutzutage nicht mehr wegzudenken. Wie ist Ihre persönliche Einstellung gegenüber den allerorts gezeigten Hautverzierungen? Haben Sie eventuell selbst eine Tätowierung oder würden Sie sich eine stechen lassen? Tattoos sind für Viele Kunst auf ihrer Haut. Dabei ist die Haut die Leinwand und Tattoo-Artisten können als Pinsel und Stift fungieren und so dem Künstler namens Leben für sein Lebenswerk dienen. Doch, so wie der Kunst, unterliegt oft auch das Tattoo dem Wandel der Zeit und des Geschmacks. Manche Kunst aus vergangenen Zeiten scheint sich unserem heutigen Auge nicht mehr zu erschließen. Manches Bild scheint grotesk, manches Gemälde renovierungsbedürftig. Auch ein Tattoo kann mit späteren Augen betrachtet unpassend sein. Manche endgültige Entscheidung war gut für den Moment, aber wenn dieser Moment vorbei ist, dann möchte man vielleicht auch die Erinnerung daran auslöschen und nicht täglich durch ein Tattoo daran erinnert werden. Da kommt es schon vor, dass so mancher Name, manches Portrait oder Motiv, welches an solche nunmehr ungeliebten Zeiten erinnert, weg soll. Oder vielleicht braucht ein künstlerisches Motiv wieder ein neues Lebensgefühl, sollte wachsen, größer und bunter werden. Die Qualität der Tattoos hat sich in den letzten Jahren sehr stark verbessert und so ist auch oft der Wunsch da, einem älteren eher plump wirkenden Tattoo wieder ein neues Lebensgefühl zu verpassen. Genau hier liegt aber das Problem, dass ein Cover-up-Motiv nur dunkler und größer ausfallen kann, dies ist nicht immer gewünscht. Dann können wir Ärzte quasi als Radierer dienen und mit einer optimalen Vorbereitung durch Auhellung der alten Tätowierung mittels Laserbehandlung für ein Cover-up behilflich sein, dem Motiv ein neues Leben einzuhauchen. Gerade bei der Cover-up-Vorbereitung ist eine gute Zusammenarbeit mit den Tattoo-Artisten sehr wichtig und hilfreich. Sehr häufig kommen auch Menschen, die ihr Permanent Make-up loswerden wollen. Gerade bei den Augenbrauen sieht man leider immer wieder schlecht gemachte und unpassend platzierte Werke. Dabei sollen gerade die Augenbrauen das Gesicht einrahmen und ins rechte Licht rücken. Auch hier können wir Laser-Experten schon mit ein paar Behandlungen wieder ein Strahlen in die Augen der Patienten zaubern. Und ja, ich trage auch mehrere Kunstwerke auf meiner Haut. Manche davon mussten auch schon dem Zeitgeist oder dem Umstand, dass es doch nicht ganz so geworden ist, wie ich es mir vorher ausgemalt hatte, weichen. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass meine Körperverzierungen nur von den besten Tattoo-Artisten umgesetzt werden. Dabei kommt es vor allem auf das Talent, den Stil, die Professionalität und die Erfahrung des Tätowierers an. Aaber - und das ist sicher auch ein wesentlicher Teil - es muss auch die Energie zwischen mir und dem Tätowierer stimmen. In Niki Pseiraki (Nicky Cube) habe ich hier eine professionelle Tätowiererin gefunden, bei der all das zutrifft.   3. Würden Sie unseren Lesern bitte erläutern, wie die Behandlung mit dem Laser in Ihrer Praxis typischerweise abläuft, wenn sich ein Patient ein Tattoo entfernen lassen möchte? Welches ist Ihr bevorzugtes Lasersystem?  Im Zuge des ersten Termins führe ich ein umfangreiches Beratungsgespräch durch. Ich kläre mit den Patienten, ob eine Laserbehandlung überhaupt in Frage kommt. Wie hoch wird der Aufwand für die Tattooentfernung sein, welche Risiken und Nebenwirkungen es gibt, was man nach der Behandlung beachten soll und dokumentiere das Tattoo fotografisch. Bevor ich mit der Behandlung beginne wird die Stelle gründlich desinfiziert. Das Tattoo wird dann mit dem speziellen Q-Switch Nd:YAG Laser von Asclepion behandelt. Für die Behandlung des Tattoos werden je nach Größe ca. 30 Minuten eingeplant. Danach wird die Reaktion der Haut auf den Laser getestet, um die effektivsten Parameter, d.h. Energieeinstellungen und Wellenlängen für die Behandlung zu bestimmen. Bei der Laserbehandlung dringen in sehr kurzen Impulsen Laserstrahlen in die Haut ein, sprengen die Farbpigmente des Tattoos auf und die Farbteilchen werden schlagartig pulverisiert. Die zertrümmerten Teilchen werden dann über das Lymphsystem abtransportiert, in den Lymphknoten abgelagert oder über Niere oder Darm ausgeschieden. Dieser Prozess erfordert Zeit. Deshalb sind Folgebehandlungen erst nach einigen Wochen sinnvoll. Die Anzahl der Sitzungen ist von der Körperstelle, von der Qualität & Professionalität der Tätowierung, von der Tiefe des gestochenen Tattoos, von der Farbe selbst und davon abhängig, wie viel Farbe in der Haut ist. Empfohlen werden in der Regel 6 – 14 Behandlungen für die komplette Entfernung eines Tattoos. Für ein Cover-up sind meist nur wenige Behandlungen ausreichend, um das Motiv so vorzubereiten, dass der Tätowierer mit dem Cover-up beginnen kann.  Um der Haut ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben, sollte man nach der letzten Laserbehandlung mindestens 4-6 Monate warten, bis das neue Farbpigment wieder in die Haut eingebracht wird. Je länger der Zeitraum, desto besser! Für eine vollständige Entfernung eines Permanent- Make-ups werden normalerweise nur zwischen 2 - 6 Behandlungen benötigt. Der Abstand zwischen den Behandlungen sollte mindestens 6-8 Wochen sein, denn solange dauert es auch bis das Immunsystem die zerstörten Farbpartikel abtransportiert hat. Die Abstände zwischen den Behandlungen können zum Ende hin auch länger werden, da das Immunsystem auch nach Monaten noch Farbe abtransportiert und das Tattoo so immer mehr verblasst. Die Kosten der Behandlung richten sich nach Aufwand und der Größe des Tattoos und beginnen bei 75€ pro Behandlung. Die Haut kann nach der Behandlung etwas gerötet oder geschwollen sein. Direkt nach der Behandlung sollte die behandelte Region für mindestens 20 Minuten gekühlt werden.  Danach wird eine antiseptische, kortisonhaltige Creme aufgetragen und die Stelle verbunden. Nach ca. 4-6 Wochen sind die Aufhellungen des Tattoos sichtbar.   4. Was passiert physiologisch, wenn das Laser-Licht auf die Haut gerichtet wird? Bei der Laserbehandlung dringen in sehr kurzen Impulsen Laserstrahlen in die Haut ein, sprengen die Farbpigmente des Tattoos auf und die Farbteilchen werden schlagartig pulverisiert. Die zertrümmerten Teilchen werden dann von unseren Müllmännern des Körpers - also den Makrophagen - aufgenommen und für den Abtransport durch das lymphatische System - der Müllabfuhr unseres Körpers - vorbereitet. Der Farbmüll wird nun in den Müllsammelstationen - unseren Lymphknoten -gesammelt und abgelagert oder über Niere oder Darm ausgeschieden. Dieser Prozess erfordert Zeit, deshalb sind Folgebehandlungen auch erst nach einigen Wochen sinnvoll. Moderne Laser sind heute sehr präzise und arbeiten mit sehr kurzen Impulsen, sodass sie hauptsächlich auf Farbe abzielen, es zu kaum einer Hitzeentwicklung mehr kommt und so das umliegende Gewebe und die Haut weitestgehend verschont bleiben. Dennoch wird durch die Sprengung der Farbpartikel eine hohe Energie freigesetzt und es entsteht ein sogenanntes Plasmagas welches aus der mittleren Hautschicht – in der die Farbe eingekapselt ist – entweicht. Dieses Gas legt sich zwischen die oberste und mittlere Hautschicht, was auch an der weißen Kruste, die kurze Zeit nach der Behandlung wieder verschwindet, sichtbar ist. Die oberste Hautschicht ist dadurch aber abgelöst und kann sich eventuell mit Flüssigkeit füllen. Auch eine Rötung und Schwellung der Haut, eine Krustenbildung oder leichte Einblutungen sind möglich und heilen in der Regel auch folgenlos wieder ab.  Um diese Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, wird die Stelle direkt nach der Behandlung für ca. 20min gekühlt und anschließend eine kortisonhaltige Creme aufgetragen.   5. Welche Patientengruppen kommen zu Ihnen hauptsächlich in die Praxis, um sich lasern zu lassen? Das ist ganz unterschiedlich, denn so wie Tattoos sich in unserer Gesellschaft immer mehr verbreiten und auch in Gesellschaftsgruppen- und schichten ankommen, in denen früher diese Art von Körperkunst kaum vorstellbar war, sind auch meine Patienten ganz unterschiedlich. Ich selbst bin ja das beste Beispiel, oder wäre es früher nicht undenkbar gewesen, dass ein Arzt tätowiert ist? Dennoch gibt es immer noch viele Berufsgruppen, die auf ein konservatives Erscheinungsbild Wert legen und ein Tattoo zumindest nicht sichtbar sein soll. So kann es zum Beispiel bei der Polizei schwierig werden mit sichtbaren Tätowierungen für den Staatsdienst zugelassen zu werden. Auch bei Flugbegleitern, Bankangestellten oder Richtern wird ein unauffälliger Auftritt erwartet. Aber ich denke, das wird sich zunehmend ändern, denn Tattoos sind schon lange nicht mehr nur bei “Häfnbrüdern” zu finden, sondern sie werden zunehmend Teil unserer Gesellschaft und machen unsere Welt und unser Leben bunter - denn diese ist eben nicht nur schwarz und weiß!   6. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der Nachfrage in den Praxen/ Kliniken auf dem Gebiet der Pigment-Laser-Dermatologie ein? Die Entwicklung im Bereich Laser-Medizin schreitet voran und das ist gut so, denn ich denke, dass auch die Nachfrage an Laserbehandlungen immer größer wird, nicht nur aber vor allem auch bei Tattoo- und Pigment-Entfernungen. Tattoos werden mehr und mehr Teil unserer bunten Gesellschaft. Eine Gesellschaft, welche durch die beruflichen und technischen Anforderungen unserer Zeit flexibel, schnelllebig und offen gegenüber neuen Entwicklungen sein muss. Veränderungen und Neuerungen passieren täglich, nur noch Weniges ist für die Ewigkeit. Das Smartphone von gestern ist heute schon veraltet. Bei Mode, Trends und Kunst ist das nicht anders und so auch bei der Körperkunst. Da will man vielleicht ein und dasselbe Motiv nicht für immer und ewig mit sich herumtragen. Das heißt sowohl bei Tätowierungen als auch bei der Lasertechnologie gibt es laufend und rasant Neuerungen – hier wünsche ich mir die Weiterentwicklung hin zu noch effizienteren, dennoch schonenderen Lasersystemen, welche auch bei der Entfernung der immer farbenfroheren Tätowierungen beste Ergebnisse erzielen und die gesamte Behandlungsdauer verkürzen. Außerdem wären mehr fundierte klinische Studien erforderlich, damit man die Qualität, die Effektivität und die Behandlungsergebnisse der verschiedenen Lasersysteme und Anbieter besser miteinander vergleichen kann. Sich im Dschungel all der Lasersysteme zurecht zu finden wird zunehmend schwierig, daher war mir bei der Auswahl des richtigen Systems, abgesehen natürlich von der Effizienz und Leistung des Lasers, eine gute Beratung und Betreuung, sowie ein kompetentes und erreichbares Service durch die Firma sehr wichtig.   7. Nun kann sich im Grunde noch jedermann in Deutschland einen Laser kaufen und nach der Einweisung durch den Hersteller die Behandlung anbieten – ist der Umgang tatsächlich so einfach zu erlernen oder gehört mehr dazu als guter Wille? Wie sieht es die Gesetzeslage in Österreich? Die österreichische Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmer/innen vor der Einwirkung durch optische Strahlung (Verordnung optische Strahlung - VOPST) besagt, dass die Bewertung der vorliegenden Laserstrahlung von fachkundigen Personen durchzuführen ist. Die Benennung einer/eines Laserschutzbeauftragten (LSB) ist in der VOPST zwar nicht dezidiert vorgeschrieben; durch die Ausbildung zum/zur LSB kann aber die in der VOPST geforderte Fachkunde erlangt werden. Die Benennung eines LSB entspricht auch dem internationalen und nationalen Stand der Technik und Normung (ÖNORM 1960825-8, ÖNORM S 1100-1, IECTR 60825-14). Für Krankenhäuser und Kliniken wird empfohlen, dass ab Laser der Klassen 3R, 3B und 4 ein Arzt die Funktion des „lokalen“ LSB übernimmt. Aufgrund der Verantwortung des Arztes (der nicht nur das Laserhandstück „in der Hand hat“, sondern bildlich gesprochen auch die Sicherheit der Patienten und des Personals) empfiehlt es sich, dass jeder Arzt, der mit solchen Lasern arbeitet, ein Seminar für die Ausbildung zum LSB für Medizin besucht hat. Grundsätzlich gehören medizinische Laser in die Hände von Ärzten, denn nur sie können im Falle von Nebenwirkungen und Komplikationen die richtigen Maßnahmen und Therapien einleiten und falls notwendig weiterführende Behandlungen durchführen.      8. Was können Patienten tun, um den Behandlungsprozess selbst noch zu unterstützen? Direkt nach der Behandlung sollte die betreffende Stelle für ca. 20 min gekühlt werden und danach mit einer entzündungshemmenden Creme versorgt werden. Man sollte die behandelten Bereiche so wenig wie möglich berühren und etwaige Blasen oder Krusten sollten auf keinen Fall abgekratzt oder aufgerieben werden, da sonst Narben entstehen können. Die Wunde sollte täglich gereinigt und danach mit einer entzündungshemmenden Creme versorgt werden.  In der ersten Zeit nach der Behandlung sollte man auf Baden und Schwimmen oder Saunabesuche verzichten, damit es zu keinen Infektionen kommt. Wichtig ist es darauf zu achten, die betreffende Region mindestens 6 Wochen lang nicht ungeschützt der Sonne bzw. dem Solarium auszusetzen, um das Risiko einer Pigmentverschiebung zu verringern. Bei einem längeren Aufenthalt im Freien sollten Sunblocker-Cremes (LSF mind. 30) benutzt werden. Um Schadstoffe aus unserem Körper zu transportieren ist unser Lymphsystem zuständig, hier kann man natürlich unterstützend auf einfache und bewährte Methoden wie ausreichend Bewegung und genügend zu trinken oder auch einer professionell durchgeführten Lymphdrainage zurückgreifen. Kostspielige Rezepturen, Detox-Mischungen oder Ernährungsberatungen finde ich weder notwendig noch hilfreich und kann solchen Geschäftemachereien nur wenig abgewinnen.   9. Was raten Sie Ihren Patienten, wenn sie sich ein Tattoo stechen lassen möchten? Abgesehen davon, dass einem der Stil des Tätowierers gefallen sollte, gibt es natürlich noch andere wichtige Faktoren auf die man achten sollte:   Im Tattoostudio muss die Gewerbeberechtigung und das Hygienezertifikat öffentlich zugänglich ausgehängt sein Der Tätowier-Arbeitsplatz sollte deutlich vom übrigen Studio abgeteilt sein Waschplätze sollten mit Desinfektionsmittel und Handtuchspender ausgerüstet sein Der Arbeitsplatz soll keimfrei und so sauber wie möglich sein und muss nach jedem Kunden gereinigt und desinfiziert werden Die Farben sollten in Einmalgefäßen aufbewahrt werden, die nur für einen Kunden eingesetzt werden Der Tätowierer sollte Einmalhandschuhe tragen und sämtliche Hygienemaßnahmen beachten Der Kunde sollte vor dem Tätowieren nach Allergien und Krankheiten befragt werden Der Tätowierer muss den Kunden über Risiken und Komplikationen aufklären Die Haut des Kunden muss vor dem Beginn desinfiziert werden   Und dann ist da auch noch das, was sich nicht in Worten beschreiben lässt, sondern was man fühlt: Man soll sich im wahrsten Sinne des Wortes in seiner Haut wohlfühlen und ein gutes Bauchgefühl haben! Gerne bin ich meinen Patienten bei der Suche nach einem passenden Tätowierer behilflich. Ich arbeite mit verschiedenen Künstlern zusammen, deren Arbeit ich kenne und die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann. Auf meiner Website findet man auch eine Liste meiner Kooperationspartner.   10. Wir haben in den letzten Jahren bei der Arzt- und Netzwerk-Akquise für DocTattooentfernung.com häufig festgestellt, dass viele Hautärzte in D/A/CH kaum Bezug zu professionellen Tätowierern und ihren Studios haben. Geschweige denn genaueren Kenntnisstand über verwendete Tattoo- und Permanent Make-up Mittel haben. Wie und was sollte man unbedingt ändern? Gerade im Hinblick auf die Laserbehandlung und eine mögliche Zusammenarbeit mit der Tattoo-Branche? Wie schon erwähnt trage ich selbst das eine oder andere Kunstwerk auf meiner Haut. Ich bin also immer wieder in direktem und wortwörtlich hautnahem Kontakt mit Profi-Tätowierern und Tattoo-Artisten. Ich schätze professionelle Tattoo-Künstler und Ihre Arbeit sehr, es ist erstaunlich welche Kunstwerke sie zustande bringen. Kunst die buchstäblich unter die Haut geht! Tätowierungen sind Kunstwerke und die Haut dient hier als Leinwand. Diese Leinwand können wir aber leider nicht einfach austauschen, wenn sie beschädigt ist oder das Motiv darauf nicht mehr gefällt – diese Leinwand ist unser größtes Organ, welches uns ein Leben lang begleitet, beschützt und präsentiert. Hier liegt es an uns, also den Tätowierern und den Ärzten, dass wir professionell und respektvoll damit umgehen. Deshalb sollte es oberste Priorität sein, den Patienten die beste Betreuung und Behandlung zu bieten - denn das größte Organ verdient größten Respekt! Hier sollte weder auf gut Glück „drauflos gelasert“ noch wild „drauflos gestochen“ werden! Gerade bei der Cover-up-Vorbereitung ist eine gute Zusammenarbeit mit den Tattoo-Artisten sehr wichtig und hilfreich. Hier erstelle ich gerne gemeinsam mit dem Tätowierer einen Therapieplan, wo wir festlegen, welche Stellen nur aufgehellt werden und welche ganz verschwinden sollten. Wenn für das neue Motiv nur einzelne Stellen aufgehellt werden müssen, dann können diese auch vorher markiert und abfotografiert werden. Dann können wir Ärzte als Radierer dienen und mit dem Laser bei der Gestaltung eines neuen Kunstwerkes behilflich sein. In diesem Sinne würden sich vor allem unsere Kunden sicher über eine gute Zusammenarbeit von uns freuen! Und was das Klientel betrifft: Dann dürfte ich wohl selbst nicht in meinem Wartebereich Platz nehmen.     Vielen herzlichen Dank Frau Dr. Hirtler für Ihre ausführlichen Antworten und dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!   .
Tattoo Arzt  DocTattooentfernung Copyright by Manu Wolf 2018
Bestimmte Berufsgruppen haben immer noch den Nimbus einer gewissen Seriosität, wobei das für den Sozialwissenschaftler soviel heißt, dass bestimmte Werte aus dem konservativen Kanon mit dem Berufsbild verquickt sind. So haben es beispielsweise Polizeianwärter mit Tätowierungen zuweilen schwer, überhaupt zur Eignungsprüfung für den Staatsdienst zugelassen zu werden. Von Bankern, Anwälten und Flugbegleitern wird ebenfalls ein unauffälliger Auftritt erwartet, wenngleich auch hier und da seit neuestem die Krawatte fällt, um Kundennähe zu suggerieren.   Wie ist es nun um Ärzte bestellt? Wirkt sich eine sichtbare Tätowierung am Weisskittelträger negativ oder positiv auf die Wahrnehmung seitens des Patienten aus?   Prof. Dr. med. habil. Tattoo  – ob das gut geht? Die Forscher Marissa Cohen, Donald Jeanmonod, Holly Stankewicz, Keith Habeeb, Matthew Berrios und Rebecca Jeanmonod haben dazu kürzlich eine empirische Studie durchgeführt. Mit sieben Fragen zu Zuwendung, Behaglichkeit, Fachkompetenz, Professionalität und Bereitschaft, sich vom gleichen Arzt erneut behandeln zu lassen, wurden Patienten einer Notaufnahme nach der Behandlung befragt. Behandelt wurden sie von »präparierten« Ärzten, die mit und ohne Fake-Tattoos und sogar mit vorgetäuschten Piercings ans Werk gingen. Abgeglichen wurden die erzielten Werte nicht-tätowierter oder -gepiercter Ärzte mit den Varianten »Tattoo«, »Piercing« sowie »Tattoo & Piercing«. Das Ergebnis des Vergleichs zwischen den drei Testreihen mit der »konservativen« Vergleichsreihe lässt sich knapp zusammenfassen: In der Notaufnahme macht es in der Perspektive der Patienten wohl keinen Unterschied, ob der Arzt tätowiert und/oder gepierct ist oder nicht. Übrigens handelte es sich um Patienten aller Dringlichkeitsgrade.   In der Notaufnahme ist einem das Licht am Tunnelende näher als das Tattoo. Die gute Nachricht ist: In der Situation der Notaufnahme ist es den Patienten offenkundig schnuppe, ob die behandelnden Ärzt*innen Tribals am Arm (Männer), Nasenstecker (Frauen) oder Ohrringe (Männer) trugen. Die psychologische Seite eines Besuchs in der Notaufnahme dürfte von dem dringenden Anliegen geprägt sein, einen akuten „Notfall“ behandelt zu sehen. Die Prioritäten dieser Patienten liegen dann möglicherweise nicht auf der Wahrnehmung etwaigen Hautschmucks beim behandelnden Arzt, sondern darauf, dass endlich bitte mal einer die sprudelnde Varizenblutung an meinem Bein stoppen möge. Eventuell haben nicht alle Patienten die Körperverzierungen ihrer Docs wahrgenommen – was aus unserer Sicht nicht korrekt abgefragt wurde (hätte als letzte Frage nicht-verfälschend integriert werden können!). Auch sonst lässt der Versuchsaufbau einen ins Grübeln kommen: Tribals, Nasenstecker und Ohrringe? Abgesehen von der Motivwahl beim Fake-Tattoo – nicht sehr einfallsreich – sind Nasenstecker und Ohrringe eventuell nicht das Erste, was einem beim Stichwort Piercing einfällt ... Wie verhielte es sich bei Labret-, Tragus- oder Septum-Piercings? Wie werden aber tätowierte und/oder gepiercte Ärzte in deren Praxisalltag oder bei der Visite auf der Klinikstation wahrgenommen? Das heißt, in welchem Licht sähen Patienten ihr Gegenüber in einer weniger dringlichen Situation? Die These liegt nahe, dass allgemein verbreitete Vorurteile zu Tattoos und Piercings sich in diesen Fällen durchaus negativ auf die Zumessung von Vertrauenswürdigkeit auswirkten. Dr. B. Rinkmann aus der Black-Wood-Clinic mit Augenbrauenpiercing mit Ball Closure Ring und der Fleur de Lis am Hals tätoiwiert!? Faustregel: Wenn ein Vorurteil besteht, so zeigt es auch Wirkung und es ist schwerer zu spalten, als ein Haar. Kein Mensch ist frei von Vorurteilen. Dass wir von anderen ohne ausreichende Begründung erstmal schlecht denken, ist reiner Selbstschutz. Im Arzt-Patineten-Verhältnis könnten Tattoo-Motivwahl und Art des Piercings sicherlich auch eine Rolle spielen – ein Äskulapstab auf dem Unterarm tätowiert wäre schon ein anderes Statement als ein Totenkopf mit Messer zwischen den Zähnen, richtig? Einem Arzt zu begegnen, der den vollständigen Eid des Hippokrates auf dem Körper trägt, ist unsererseits nicht vollkommen ausgeschlossen – ein bisschen lang ist er aber schon. Eindruck würde es jedenfalls machen!!    Eine Tätowierung ist eine Form der Kommunikation innerhalb eines bestimmten Zeichensystems. Wer sich sichtbar tätowieren lässt, will seinen Mitmenschen etwas sagen. Vielleicht ist es ein guter Ansatz, sich als Arzt vorab zu überlegen, was man seinen Patienten auf dieser Ebene mitteilen möchte. Was sich ansonsten unter dem weißen Kittel verbirgt, bleibt Arztgeheimnis.  Gleiches gilt im Übrigen bei Airlines für Piloten und Flugbegleiter oder im Bankwesen, wie auch das Handelsblatt aktuell berichtet. Aber mal ganz ehrlich – wo kommen wir hin, wenn wir Tätowierungen am Arbeitsplatz in Zukunft nicht erlauben würden - denkt man an die Schar von jungen attraktiven studierenden Tattoo-Trägern, die in absehbarer Zeit unsere Jobs übernehmen, für unsere Rente sorgen und die Speerspitze der Deutschen Wirtschaft abbilden wollen. Wir hoffen die haben bis zum Bewerbungstermin auf die Vorstandsposten ihre Instagram-Profile alle im Griff...   Wir können Euch nicht alle lasern, also „Think before you Ink“!! Und an alle Untätowierten: Gewöhnt Euch bitte an unsere schöne, bunte, neue Welt! .

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