Alle Neuigkeiten der Kategorie: Laser/Technik

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1960 erstmals technisch umgesetzt, gelten Laser heute als vielseitig einsetzbare Geräte – ebenso zu finden in Industrie und Labor wie in der Medizin und Kosmetik. Wer einen Laser betreibt und anwendet, muss bestimmte gesetzliche Vorgaben hinsichtlich des Arbeits- und Unfallschutzes sowie der notwendigen fachlichen Qualifikation beachten. Welche Gesetze in Deutschland, insbesondere bei der Laseranwendung am Menschen, einzuhalten sind, darüber klärt Daniela Schädel von der Laseraplikon GmbH auf – einem zertifizierten Unternehmen, das spezialisierte Laserschutzkurse für Anwender von medizinischen Lasern anbietet.    Genereller Qualifikationsnachweis als Laserschutzbeauftragter für Laser der Klassen 3R, 3B und 4  Unabhängig von ihrem Einsatzgebiet sind bei der Anwendung von Lasern grundlegende Schutzmaßnahmen gegen direkte und indirekte Gefährdungen der Laserstrahlung einzuhalten. Diese betreffen in erster Linie die Augen und die Haut, erfordern aber auch besondere Berücksichtigung im Umgang mit Gefahrstoffen sowie möglichen Brand-, Explosions- oder elektrischen Gefährdungen.  Deswegen schreibt der Gesetzgeber für den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B und 4 auch generell die Bestellung eines / einer Laserschutzbeauftragten vor. Die Qualifikation als Laserschutzbeauftragter ist nach §5, Abs. 2 der anzuwendenden Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) und den daraus abgeleiteten Technischen Regeln Laserstrahlung (TROS Laserstrahlung) durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Laserschutzkurs nachzuweisen und durch Fortbildungen mindestens alle 5 Jahre auf aktuellem Stand zu halten.    Besonderes Ausbildungserfordernis für den Lasereinsatz am Menschen  Für Laseranwendungen am Menschen gelten zusätzlich besondere Anforderungen hinsichtlich der nachzuweisenden fachlichen Qualifikation.  Während das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) bereits seit 2010 den Fachkundenachweis für den Einsatz von Lasereinrichtungen zu medizinischen Zwecken in der Heil- und Zahnheilkunde nach entsprechender Indikationsstellung regelt, ist eine adäquate Verordnung für Laseranwendungen zu rein kosmetischen und sonstigen nichtmedizinischen Zwecken erst im November 2018 erlassen worden.  Demnach dürfen ab Inkrafttreten der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) am 31. Dezember 2020 Laseranwendungen, die die Hautoberfläche entfernen oder verletzen, die Behandlung von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen sowie die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent-Make-up nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Fort- und Weiterbildung durchgeführt werden.    Nachweispflichten für Anwender medizinischer Laser  Im Sinne eines verbesserten Patientenschutzes hat der Gesetzgeber klare Anforderungen an den Nachweis der fachlichen Qualifikation von Laseranwendern formuliert:  1.) Die Bestellung eines oder ggf. mehrerer Laserschutzbeauftragter für den Betrieb von Lasern ab Klasse 3R und höher ist zwingend vorgeschrieben!  2.) Für Laseranwendungen zu medizinischen Zwecken hat der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin gegenüber der zuständigen Behörde auf Verlangen nachzuweisen, dass er / sie über die erforderliche Fachkunde verfügt, um die Risiken der jeweiligen Anwendung nichtionisierender Strahlung für den Menschen beurteilen zu können. Dieser Nachweis kann durch Besuch entsprechender ärztlicher Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen erbracht werden.  3.) Für Laseranwendungen zu nichtmedizinischen und kosmetischen Zwecken muss der Betrieb entsprechender Lasereinrichtungen spätestens 2 Wochen vor der Inbetriebnahme angezeigt und gleichzeitig der Nachweis über die Aneignung erforderlicher Fachkunde erbracht werden. Für Lasereinrichtungen, die bereits am 31. Dezember 2020 betrieben wurden, gilt hierbei eine Frist bis zum Ablauf des 31. März 2021.    Konsequenzen für die Tattooentfernung  Tattoos dürfen nach aktueller Gesetzeslage ab dem 31. Dezember 2020 nicht mehr von medizinischen Laien, sondern ausschließlich nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechendem ärztlichen Fort- und Weiterbildungsnachweis durchgeführt werden.  Die Fachkunde kann durch erfolgreiche Teilnahme an einer geeigneten Schulung oder Aus- und Weiterbildung nachgewiesen werden. Die erworbene Fachkunde ist durch regelmäßigen Besuch einer Fortbildung (mindestens alle 5 Jahre) auf aktuellem Stand zu halten.    Kursauswahl  Die Laseraplikon GmbH berät gern zu Fragen des gesetzlichen Laserschutzes sowie zur Auswahl geeigneter Laserschutzkurse nach OStrV und Fachkundekurse nach NiSG und NiSV. Detaillierte Informationen zu den Gesetzesvorgaben finden Sie auf dem Kursportal der Laseraplikon GmbH unter https://www.laserkurse.de/laserschutzbeauftragter/. Hier können Sie sich auch über aktuelle Laserkurse und Weiterbildungsangebote, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, informieren.        Daniela Schädel Laseraplikon GmbH - Berlin Kursorganisation und Wissenschaftliches Lektorat https://www.laserkurse.de/    .
Dr Stefanie Meyer Tattooentfernung PicoWay Regensburg Copyright 2017
Frau Priv.-Doz. Dr. med. Stefanie Meyer ist seit 2001 auf dem Gebiet der klassischen Dermatologie und Lasermedizin tätig und verfügt über langjährige Erfahrung in der Entfernung von Tattoos aller Farben und Formen mit unterschiedlichsten Lasersystemen. In ihrer 2016 neu eröffneten Privatpraxis für Dermatologie in Regensburg mit Ästhetik- und Laserzentrum hat sich Frau Dr. Meyer auf den Einsatz modernster Lasertechnologien spezialisiert.     Über Ihre Erfahrungen im Umgang mit diesen innovativen Lasersystemen und die jüngsten Entwicklungen zu Tattooentfernung, der Laser-Dermatologie und der wachsenden Nachfrage in der Laserbehandlung, sprach Frau Dr. Meyer mit DocTattooentfernung.     Bitte stellen Sie sich und Ihr Ästhetik- und Laserzentrum in Regensburg in kurzen Sätzen vor. Meine Facharztausbildung habe ich an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Michael Landthaler, einem Pionier der Lasermedizin, durchlaufen. Neben der klassischen Dermatologie habe ich mich schon früh für die Lasermedizin und Ästhetische Dermatologie begeistert. Aus diesem Grund bin ich 2011 nach meiner Habilitation dem Ruf als Chefärztin an die Klinik für Dermatologie und Ästhetik der EuromedClinic in Fürth gefolgt und führte diese Abteilung seit 2015 als selbständige Privatpraxis innerhalb der Schön Klinik Nürnberg/Fürth weiter. Im November 2016 habe ich in meiner Heimatstadt Regensburg eine zweite Praxisniederlassung eröffnet, die ich nun mit dem Schwerpunkt modernste Lasermedizin und Ästhetik führe.   Die Tätowierung und das Permanent Make-up ist in unserer westlichen Gesellschaft heutzutage nicht mehr wegzudenken. Wie ist Ihre persönliche Einstellung gegenüber den allerorts gezeigten Hautverzierungen? Haben Sie eventuell selbst eine Tätowierung oder würden Sie sich eine stechen lassen? Tattoos gehören als individueller Körperschmuck zum Zeitgeist – wie auch schon die Kaiserin Sissi eine Tätowierung auf ihrem Schulterblatt hatte. Ein Anker-Tattoo, das sie sich mit 51 Jahren hatte stechen lassen, um Ihren Freiheitsdrang und Ihre Verbundenheit zur Seefahrt zum Ausdruck zu bringen. Nun, ich selbst habe kein Tattoo, habe aber schon darüber nachgedacht, mein Lippenrot diskret mit Permanent-Make-up verstärken zu lassen oder den Wimpernkranz durch feine schwarze Tattoo-Pigmentpünktchen optisch zu verdichten. Geschmackvolle Tattoos finde ich durchaus reizvoll und ästhetisch. Etwas befremdlich fand ich neulich die Tätowierung einer Patientin, deren Unterschenkel eine flächige Gottesanbeterin in schillerndem Grün zierte – zu allem Überfluss war das Insekt gerade dabei, einen roten Marienkäfer zu verspeisen. Verständlich, dass die Patientin den Wunsch äusserte, diese „Geschmacksverirrung“ schnellstmöglich los zu werden. Die aussergewöhnlichste Tätowierung, die mir aber bisher untergekommen ist, war ein weit aufgerissenes Tigermaul im Vaginalbereich, das bis zum Venushügel reichte… Am häufigsten werden in meiner Praxis Tattooentfernung nachgefragt, meist „Jugendsünden“, die nicht mehr gefallen oder Tattoos, die sich im sichtbaren Bereich befinden und im Berufsleben hinderlich sind. Aber auch Motivkorrekturen bzw. –wechsel, sowie Cover-up Vorbereitungen werden zunehmend gewünscht. Permant Make-up Unfälle, z.B. misslungene Lippenkonturen oder falsch gezeichnete Augenbrauen, sowie unschöne oder verwaschene Permanent-Lidstriche stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Nicht selten werden Mütter mit ihren Töchtern, häufig im Teenager-Alter, mit einem frisch-gestochenen Tattoo notfallmässig bei mir vorstellig, um Tattoo-„Fehlentscheidungen“ schnellstmöglich wieder loszuwerden. Das funktioniert gerade bei frisch gestochenen Tattoos erstaunlich gut.   Würden Sie unseren Lesern bitte erläutern, wie die Behandlung mit dem Laser in Ihrer Praxis typischerweise abläuft, wenn sich ein Patient ein Tattoo entfernen lassen möchte? Welches ist Ihr bevorzugtes Lasersystem?  Ich habe mich nach langjähriger universitärer Erfahrung mit dem Rubinlaser in meiner Praxis bewusst für das modernste, effektivste und schmerzärmste Lasersystem, das es derzeit auf dem Markt gibt, entschieden: Den brandneuen dreiwelligen Pikosekunden-Laser PicoWay, der Tattoos jeglicher Art und Farbe unglaublich schnell, hautschonend und effektiv entfernt. Dieser weltweit leistungsstärkste Pikosekundenlaser ermöglicht erstmalig durch 3 Wellenlängen (1064nm / 532nm / 785nm) eine schnellere und sichere Tattooentfernung. Der Picoway hat die derzeit kürzesten Pikosekunden-Impulse auf dem Markt. Die Vorteile des Picoway liegen auf der Hand: Unerwünschte Tätowierungen jeglicher Art und Farbe lassen sich entfernen. Farbenfrohe, ansonsten schwer behandelbare Tattoos, sind kein Hindernis. Er beseitigt sogar Tattoos, die zuvor mit herkömmlichen Lasern, sogenannte Q-switched Nanosekundenlasern erfolglos anbehandelt wurden. Für die Entfernung sind weniger Sitzungen erforderlich und die Abstände zwischen den Behandlungen sind kürzer (meist nur 3-4 Wochen). Die gelaserte Haut heilt nach der Behandlung schneller ab und die Behandlung ist weitaus weniger schmerzhaft, da das Gewebe durch den Billionstel-Sekunden kurzen Laser-Impuls weniger traumatisiert wird. Er ist für alle Hauttypen geeignet und hat dazu noch eine hautstraffende Wirkung. Wie viele Behandlungen sind durchschnittlich nötig? Die Wirksamkeit der Behandlung hängt von vielen Faktoren, wie der Farbe, dem Alter des Tattoos, Position, Tiefe, Größe und Art der Tätowierung ab. Mit dem PicoWay kann man durch die effektivere Entfernung der Tätowierung und der kürzeren Behandlungsabstände von einer Halbierung der bisherigen Behandlungswiederholungen, die mit einem herkömmlichen Lasersystem benötigt worden wäre, ausgehen. Für alle Tattooentfernungen werden für ein optimales Ergebnis aber immer mehrere Behandlungen benötigt. In der Regel beenden meine Patienten nach 8 Sitzungen die Lasertherapie mit ihrem Wunschergebnis. Das ist ein Durchschnittswert. Kleine, einfarbige, frische Tattoos können schon nach 3-4 Sitzungen komplett verschwunden sein. Wieviel kostet eine Behandlung? Die Behandlungskosten hängen von der Umgebung, der Größe und dem Zustand der Tätowierung ab. Eine Lasersitzung kostet z.B. bei einem kleinen einfarbigen Tattoo 150 Euro. Bei einem sehr großen flächenhaften Tattoo, z.B. am Rücken, ca. 500 Euro. Wie oft eine Behandlung wiederholt werden muss, um das entsprechende Ergebnis (komplette Entfernung oder Basis für ein Cover-up) zu erzielen, ist individuell verschieden. Hier ist die persönliche Beratung durch den Arzt essentiell. Was passiert physiologisch, wenn das Laser-Licht auf die Haut gerichtet wird? Wie funktioniert der PicoWay und ist die Behandlung schmerzhaft? Die bahnbrechende Pikosekunden-Technologie zerschießt das Tattoo in einer Billionstel Sekunde in winzige Partikel, die anschließend durch natürliche Prozesse des Körpers beseitigt werden können. Die Farbpigmente werden durch eine photoakustische Reaktion zerstört. Diese Impulse sind so kurz, dass kaum Wärmeentwicklung entsteht. Die Behandlung ist somit wesentlich schmerzarmer und Nebenwirkungen deutlich reduziert. Das Schmerzempfinden variiert bei jeder Person und je nach Art und Lage der Tätowierung auf dem Körper. Männer sind meist etwas schmerzempfindlicher als Frauen. Durch Kühlung der Haut, Auftragen von Betäubungscremes oder aber einer örtlichen Betäubung ist die Laserbehandlung aber gut tolerierbar. Keiner meiner Patienten hat die Behandlung bisher aufgrund von Schmerzen abgebrochen. Was können Patienten erwarten und welche Vorsichtsmaßnahmen sollten während der gesamten Behandlung beachten werden? Beim ersten Besuch wird nach eingehender ärztlicher Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen, sowie Verhaltensregeln vor und nach der Lasertherapie und Fotodokumetantion des Ausgangsbefunds die Reaktion der Haut auf den Laser getestet, um die effektivsten Parameter, d.h. Energieeinstellungen und Wellenlängen für die Behandlung zu bestimmen. Unmittelbar nach der Behandlung kann eine kalte Kompresse aufgelegt werden, um den behandelten Bereich zu beruhigen. Ich verschreibe auch sehr gerne eine hautberuhigende Lotion. In manchen Fällen kann eine antibiotische Creme verordnet werden. In den ersten Tagen muss strikt darauf geachtet werden, dass keine Reibung an der behandelten Hautstelle entsteht und Sport ist verboten. Es dürfen keine Peelings verwendet werden. Ausserdem sind Sonnenexposition, Solarium, Pool und Sauna zu meiden. Sollten sich Krusten oder Schorf bilden, darf der Patient diese nicht eigenmächtig entfernen. Hier empfehle ich einfach zur ambulanten Nachsorge in meine Praxis zu kommen. Sind Laser-Tattoentfernungen sicher und gibt es Nebenwirkungen? Der PicoWay Laser zielt nur auf Pigmente, in diesem Fall auf tätowierte Stellen ab. Somit wird die umgebene Haut bei der Behandlung nicht beschädigt. Es wird außerdem wesentlich weniger Wärme als bei herkömmlichen Lasern erzeugt, da der Picoway mit seinen Pikosekunden zum größten Teil mit einem Photoakustik-Effekt arbeitet und nicht mit einem thermischen Effekt. Dies garantiert eine sichere Behandlung mit weniger Nebenwirkungen. Nach den Behandlungen kann sich die Haut verfärben oder es kommt zu einer Rötung rundum die Behandlungsstelle. Bei einigen Patienten kann auch eine vorübergehende Aufhellung der Haut sichtbar sein. Das wird sich in der Regel aber nach einiger Zeit normalisieren.   Welche Patientengruppen kommen zu Ihnen hauptsächlich in die Praxis, um sich lasern zu lassen? Gut 2/3 der Patienten wünschen die Tattooenfernung, weil das Tattoo eine Jugendsünde ist und nicht mehr zu ihnen passt oder nicht mehr gefällt, oder aber ihrem Traumjob oder ihrer beruflichen Karriere im Weg steht. 1/3 der Patienten wünscht ein Cover-up oder eine Detailkorrektur oder aber die Beseitigung eines misslungenen Permanent Make-ups. Gelegentlich konsultieren mich auch Patienten mit Schmutz-Tätowierungen, z.B. nach Verkehrsunfällen.   Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der Nachfrage in den Praxen/ Kliniken auf dem Gebiet der Pigment-Laser-Dermatologie ein? Die Nachfrage nach Tattooentfernungen wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Auch die Beseitigung unschöner Melasmen, d.h. hormonbedingter Pigmentverschiebungen, unter denen viele Frauen im Gesicht leiden, ist ein Wachstumsmarkt. Der Wunsch nach makelloser, ebenmässiger Haut ist im Zeitalter der Anti-Aging Medizin so groß wie noch nie. Von den Laser-Herstellern erwarte ich mir in den kommenden Jahren die Weiterentwicklung der modernen Lasertechnologie hin zu noch effektiveren, dabei immer schonenderen Lasersystemen, die nahezu schmerzfrei sind und so gut wie keine Ausfallzeiten für den Patienten bedingen. Zudem sind fundierte klinische Studien erforderlich, um die Qualität und die Behandlungsergebnisse der verschiedenen Lasersysteme und Anbieter besser miteinander vergleichen zu können. Innerhalb Europas sind einheitliche Reglements und Auflagen zu Laseranwendung unabdingbar. Die Anwendung von Lasern gehört in die Hände medizinscher Profis, d.h. lasermedizinisch erfahrener Ärzte bzw. entsprechend ausgebildetem medizinischem Personal, die die Grundlagen der Laserphysik aus dem FF beherrschen und auch die Risiken und Nebenwirkungen der Lasermedizin kennen und ggf. auch mit Komplikationen und unerwünschten Laserwirkungen umgehen können. Laien, wie Kosmetikerinnen und selbsternannte Laserspezialisten, die in diversen Ketten und Tattoo- und Haarentfernungsstudios wie Pilze aus dem Boden schießen, haben beim Lasern auf menschlicher Haut meiner Meinung nach nichts verloren! Ich habe mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Lasermedizin und kann jeden Kollegen, der interessiert ist, sich einen Laser zur Tattooentfernung anzuschaffen, die einschlägigen Fachkongresse und Messen zu besuchen, um sich einen fundierten Überblick zu den verschiedenen Lasersystemen zu verschaffen. Auf jeden Fall sollte man jedes Lasersystem einige Zeit im Praxisalltag testen, und sich im Handling von den Laseranbietern umfassend schulen lassen und Workshops mit hand-on Trainings besuchen.   Nun kann sich im Grunde jedermann einen Laser kaufen und nach der Einweisung durch den Hersteller die Behandlung anbieten – ist der Umgang tatsächlich so einfach zu erlernen oder gehört mehr dazu als guter Wille? Laser gehören grundsätzlich in die Hand des geschulten, speziell ausgebildeten Arztes bzw. des entsprechend geschulten und qualifizierten Praxispersonals. Ein zertifizierter Laserschutzkurs ist für jeden Anwender ein Muss. Medizinische Laser gehören nur in die Hände eines Arztes bzw. ihre Anwendung sollte unter ärztlicher Überwachung/ Kontrolle erfolgen. Nur der Arzt kann im Falle einer Komplikation, wie einer Infektion des gelaserten Areals entsprechende Maßnahmen einleiten, wie ein Antibiotikum verordnen und eine professionelle Wundversorgung leisten. Das kann ein Laie schlichtweg nicht. Und auch keine Kosmetikerin.   Was können Patienten tun, um den Behandlungsprozess selbst noch zu unterstützen? Am wichtigsten ist es, nur die vom Arzt angeordneten Nachsorge-/Pflegeprodukte zu verwenden. Ich verordne gerne leichte Zink- und Dexpanthenol-haltige Pflegeprodukte, die die Regeneration der Haut fördern. Gele auf Alkoholbasis, ätherische Öle wie Teebaumöl o.ä. haben auf gelaserter Haut generell nichts verloren. Angeblich ganzheitlichen, kostspieligen Rezepturen, Tees und Detox-Ernährungskonzepten kann ich persönlich nichts abgewinnen. Der Heilungsprozess der Haut verläuft in der Regel unkompliziert, wenn der Patient die Empfehlungen des Arztes zur Wundpflege befolgt und die in der ärztlichen Aufklärung erörterten Verhaltensregeln nach der Laserbehandlung einhält.   Was raten Sie Ihren Patienten, wenn sie sich ein Tattoo stechen lassen möchten? Ich persönlich lege großen Wert auf die persönliche Empfehlung von Bekannten oder Freunden und deren Erfahrungswerte. Internetportale und Tattoomessen sind sicherlich auch hilfreich bei der Auswahl des Tattookünstlers und natürlich das persönliche Beratungsgespräch mit dem Tattoo-Künstler selbst. Lieber ein Informationsgespräch mehr, als eines zu wenig. Muttermale und suspekte Hautveränderungen unklarer Dignität dürfen vom Tätowierer auf keinen Fall tätowiert werden. Hier muss vor der Tätowierung unbedingt ein Hautarzt zu Rate gezogen werden. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, der an der Uniklinik mit schwarzem Hautkrebs vorstellig wurde. Ein Muttermal innerhalb eines flächigen Tattoos am Rücken hatte sich bösartig verändert. Ein verantwortungsvoller, erfahrener Tätowierer wird Pigmentmale nicht übertätowieren. Soviel ist sicher. Noch ein paar Worte zur Kombination von Laserepilation störender Körperbehaarung und dem Stechen von Tattoos: Dass eine Laserepilation beim Wunsch nach dauerhafter Haarentfernung vor dem Stechen eines Tattoos erfolgen sollte und nicht erst hinterher, versteht sich von selbst! Denn sonst wird bei der Laserepilation der Haare auch gleich das Tattoo zerschossen und es können Narben entstehen. Ich würde mich selbst nur von einem erfahrenen Tattooprofi tätowieren lassen, der hygienisch arbeitet und mir Auskunft und Referenzen zu den verwendetet Tattoofarben geben kann. AZO-Farbstoffe, die wegen ihrer Farbbrillianz und Lichtbeständigkeit früher gerne für Tattoos verwendet wurden, gehören nicht unter die Haut, nicht zuletzt wegen ihrer krebserregenden Wirkung. Letztendlich ist die Wahl des Tattookünstlers aber Vertrauenssache, genauso wie die Arztwahl.   Wir haben in den letzten Jahren bei der Arzt- und Netzwerk-Akquise für DocTattooentfernung.com häufig festgestellt, dass viele Hautärzte in D/A/CH kaum Bezug zu professionellen Tätowierern und ihren Studios haben. Geschweige denn genaueren Kenntnisstand über verwendete Tattoo- und Permanent Make-up Mittel haben. Wie und was sollte man unbedingt ändern? Gerade im Hinblick auf die Laserbehandlung und eine mögliche Zusammenarbeit mit der Tattoo-Branche? Der Dialog und Austausch zwischen Tattooprofis und Dermatologen, die die Laser-Tattooentfernung in ihrer Praxis durchführen, muss unbedingt vertieft werden. Ich war im Frühjahr diesen Jahres am Klinikum der Universität Regensburg und habe den ECTP 2017, den European Congress on Tattoo and Pigment Research besucht. Hier waren sowohl Ärzte als auch Tätowierer vertreten. Der Kongress bot eine hervorragende Plattform, sich interdisziplinär auszutauschen und mehr über die Kunst des Tätowierens und die ärztliche Kunst des Tattooentfernens zu erfahren. Der Besuch solcher Tagungen ist goldwert. Ihr Portal DocTattooentfernung.com leistet hier wirklich grundlegend Entwicklungs- und Vermittlungsarbeit. „Auf gut Glück drauflos lasern“ gibt es bei mir in der Praxis nicht. Die strengen Qualitätsstandards, die ich in meiner Zeit an der Universitätsklinik Regensburg in der Hautklinik und als Prüfärztin klinischer Studien verinnerlicht habe, sind für mich richtungsweisend. Dazu gehört die eingehende Anamnese zum Alter und der Herkunft des Tattoos, die Inspektion des Tattoos und die mündliche und schriftliche Aufklärung des Patienten zu Risiken, Erfolgschancen und möglichen Nebenwirkungen der Laserbehandlung. Mit dem schriftlichen Einverständnis des Patienten kann dann eine sog. Probelaserung eines kleinen Tattoo-Areals zum Testen des Lasereffekts erfolgen. Die Parameter der Laserbehandlung berücksichtigen hier sowohl den Hauttyp als auch das Alter, die Ausführung, Farbe, Hautschicht und Lokalisation des Tattoos. Selbstverständlich ist die sorgfältige Fotodokumentation des Tattoos vor und nach der Laserbehandlung. Nur so kann der Behandlungserfolg der Laserung im zeitlichen Verlauf objektiv verfolgt und beurteilt werden. Diese Vorgehensweise zeichnet eine professionelle ärztliche Tattooentfernung mittels Laser aus. .
Laser Sicherheit DocTattooentfernung 2017
Die neue OStrV* ist seit dem 30.11.2016 in Kraft!  *Die „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV)“ stellt die gesetzliche Grundlage für den Laserschutz dar.    Der „neue“ Laserschutzbeauftragte  Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die neue OStrV am 3.12.2016 veröffentlicht. Diese ist somit in Kraft getreten und bringt einige wesentliche Änderungen für die Aufgaben der Laserschutzbeauftragten mit sich.  Die Laserschutzbeauftragten sind nun per Verordnung verpflichtet, an der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung mitzuwirken. Hierfür sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich.  Die Laserschutzbeauftragten haben ab sofort die Sicherheit der Lasereinrichtung zu gewährleisten. Dies bedeutet mehr Verantwortung.  Die Laserschutzbeauftragten müssen sich regelmäßig weiterbilden. Was regelmäßig heißt, wird derzeit noch geklärt. Es ist aber relativ sicher, dass eine Auffrischung mind. alle 5 Jahre in Auffrischungskursen zu erfolgen hat.  Laserschutzbeauftragte, die nur nach der DGUV Vorschrift 11 (BGV B2) ausgebildet wurden, müssen ebenfalls an einem Auffrischungskurs teilnehmen. Bis wann dies durchzuführen ist, wird ebenfalls noch geklärt.  Die Begrifflichkeit der „Sachkunde“ wurde in „Fachkenntnisse“ geändert.    Auffrischungsseminare zur neuen OStrV  Die Akadamie für Lasersicherheit Berlin bietet in Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik ab sofort Auffrischungsseminare für Laserschutzbeauftragte zur neuen OStrV mit dem Schwerpunkt Gefährdungsbeurteilung an.  Der nächste Kurs findet am 30.1.2016 statt.  Fachkundeseminar für Laserschutzbeauftragte  Die übliche Ausbildung zu Laserschutzbeauftragten reicht für die Qualifizierung als fachkundige Person für die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung und für Berechnungen zum Laserschutz in der Regel nicht aus.  Wir bieten zweimal jährlich 3-tägige Seminare für Fachkundige für die Gefährdungsbeurteilung und Berechnungen zum Laserschutz an.  Das nächste Fachkundeseminar findet vom 14.-16.2.2017 statt.  Zielgruppe:  Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Mediziner  Ziele:  Erwerb der Befähigung zur fachkundigen Durchführung der Gefährdungsbeurteilung von Laserarbeitsplätzen nach OStrV  Erwerb der Fachkunde zur Berechnungen zum Laserschutz  Erwerb der Fachkenntnisse für Laserschutzbeauftragte    Die Teilnehmer/innen sind nach erfolgreichem Abschluss in der Lage, die Gefährdungsbeurteilung eines Laserarbeitsplatzes incl. der Berechnungen fachkundig nach der OStrV durchzuführen. Weiterhin beinhaltet der Abschluss die Fachkenntnisse für Laserschutzbeauftragte und damit die Befähigung als solcher tätig zu sein.  Ab sofort haben Sie die Möglichkeit, sich für den Kurs vom 14.-16. Februar 2017 über unsere Webseite www.laserstrahlenschutz.com anzumelden. Ehemalige Teilnehmer/innen an unseren Laserschutzkursen erhalten einen 5%igen Rabatt. Bitte geben Sie dies bei der Anmeldung an.    Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter anderem auch hier: http://www.laserstrahlenschutz.com/    Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV) OStrV Ausfertigungsdatum: 19.07.2010 Vollzitat: "Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung vom 19. Juli 2010 (BGBl. I S. 960), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 30. November 2016 (BGBl. I S. 2681) geändert worden ist" Stand: Zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 30.11.2016 I 2681 Bitte hier weiterlesen >> .
Blue pigments © thodonal Fotolia
Ergebnisse zur Forschung bei der Tattooentfernung wurden bereits am 5. August 2015 in der zur Nature Publishing Group gehörenden Zeitschrift Scientific Reports (DOI: 10.1038/srep12915 1) veröffentlicht. Das BfR weist auf seiner Webseite zudem bereits seit 2004 auf mögliche gesundheitliche Risiken durch Tätowierungen und spezielle Entfernungsmethoden hin. Ein englischsprachiger Übersichtsartikel dazu wurde vor kurzem in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet (DOI: 10.1016/S0140-6736(15)60215-X) veröffentlicht.    Die Haut unserer Gesellschaft wird - auch dank einer wachsenden Akzeptanz zu Hautverzierungen - immer bunter. Das dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Doch mit zunehmender Verbreitung von Tätowierungen, steigt auch der Bedarf nach Motiv-Korrekturen oder kompletten Entfernungen ungewollter Hautsticheleien. Unterschiedliche Entfernungsmethoden sind bis dato noch sehr wenig erforscht. Vor allen Dingen, wenn es um die gesundheitliche Sicherheit und mögliche Folgen für die Betroffenen geht.    Wer erforscht in diesem speziellen Bereich hier eigentlich und vor allen Dingen was?  In diesem Fall hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geforscht. Es ist ein wissenschaftliches Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in einem engen Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen. In diesem Fall also Tätowier-Mittel, Pigmente und Laserentfernungsmethoden und ganz wichtig an dieser Stelle: ohne konkurrierende finanzielle Interessen. D.h., egal ob ein positives oder negatives Ergebnis am Ende heraus kommt. Das BfR wird uns nichts verschweigen. Aber auch nicht die kleinste Erkenntnis.   Erforscht wurde nun was passiert, wenn das blaue Pigment Phthalocyanin-blau (auch Kupferphthalocyanin oder Pigment B15:3) mit Lasersystemen (Nanosekunden Rubin-Laser, Sinon und Q-switched Nd:YAG Laser, Revlite SI), wie sie u.a. für die dermatologische Behandlung zur Entfernung von Tätowierungen benutzt werden zerschießt. Warum gerade dieses Blau? Naja, an roten Pigmenten wird zum einen schon länger an unterschiedlichen Stellen geforscht und zum anderen ist dieses Blaupigment mit seiner Licht-, Säure-, und Alkalienbeständigkeit zum tätowieren sehr geeignet (wenn auch nicht dafür erfunden). Außerdem ist es das einzige organische blaue Pigment, welches derzeit in Tattoo-Mitteln auf dem europäischen Markt verwendet wird. Es ist grundsätzlich wenig toxisch, sollte aber trotzdem als Pigmentstaub nicht eingeatmet werden! Seit seiner Entdeckung im Jahre 1927 ist Phthalocyanin-blau bis heute zum häufigsten eingesetzten Blau in Druckfarben und Konsumprodukten aufgestiegen. Das C/ Cyan steht als Beispiel auch auf den CMYK-Druckerkartuschen. Heißt das jetzt, dass Druckerfarben zum tätowieren verwendet werden? NEIN! Das heißt, das verwendete Basis-Pigment ist das gleiche und wird, je nach Einsatzgebiet, noch weiterverarbeitet!   Das BfR-Team um Ines Schreiver (Christoph Hutzler, Peter Laux und Andreas Luch) hat nun mittels moderner analytischer Methoden die Spaltprodukte bestimmt, die bei Rubin- und Nd:YAG-Laserbestrahlung des kupferhaltigen Pigments Phthalocyanin-blau entstehen. Die BfR-Untersuchungen haben ergeben, dass dazu 1,2-Benzendicarbonitril, Benzonitril, Benzol und Blausäure-HCN gehören.   (...)„Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass bei der Laserbehandlung eines Tätowierungspigments in wässriger Suspension Stoffe in Konzentrationen entstehen, die hoch genug wären, in der Haut Zellschäden zu verursachen“, so der BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel   Mögliche Risiken können je nach Größe der Tätowierung, Pigmentkonzentration, Körperstelle, Bestrahlungsdosis sowie der verwendeten Wellenlänge des Lasers unterschiedlich sein. Das BfR sieht weiteren Forschungsbedarf und wird aufgrund der vorgestellten Daten in Zukunft mögliche Spaltprodukte von Farbstoffen bei seiner Risikobewertung berücksichtigen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sowohl über die möglichen Risiken von Tätowierungen als auch der Tattooentfernung umfassend aufgeklärt werden.(...) (Zitate PI-BfR vom 13.08.2015)     Was hat das BfR zur Erforschung der Laser-Pigmentbehandlung gemacht? Das BfR-Forschungsteam hat die laserinduzierte und temperaturabhängige Aufspaltung des Pigments Phthalocyanin-blau simuliert. Um Mensch und Tier zu schützen, hat das BfR das blaue Pigmentpulver in-vitro (z.B. in einer Petrischale oder Reagenzglas, hier waren es Küvetten) in Wasser gelöst und mit einem Rubin und einem Nd:YAG Laser mit insgesamt drei unterschiedlichen Lichtwellenlängen (694nm/Rubin & 1064nm, 532nm/ Nd:YAG) beschossen, geprüft und gemessen, was dabei z.B. für Stoffe und Gase entstehen. Die BfR-Untersuchungen mit dem Nd:YAG Laser können wir hier etwas beiseite lassen, da die beiden Lichtwellenlängen (1064nm & 532nm) und die gewählten Laser-Parametereinstellungen für die Behandlung des blauen Pigments 15:3 keine nennenswerten Reaktionen durch das BfR- Forschungsteam festgestellt wurden.   Alle flüchtigen Abbauprodukte wurden mittels gaschromatographischer (GC) Trennung und anschließender massenspektrometrischer (MS) Analyse bestimmt. Da Analysen mittels Pyrolyse-GC/MS (Py-GC/MS) weitere Hinweise auf das Vorhandensein flüchtiger und hochgiftiger Verbindungen wie Blausäure (HCN) und Benzol lieferten, hat das BfR eine dynamische Headspace (DHS)-Methode entwickelt, um dadurch jeglichen Verlust solcher Verbindungen während der Aufbereitung und Analyse auszuschließen. Unter Anwendung der DHS–GC/MS in Kombination mit zweidimensionaler Gaschromatographie, gekoppelt an Flugzeitmassenspektrometrie (GCxGC—ToF-MS), ist es gelungen, die erwarteten Verbindungen sehr empfindlich und spezifisch nachzuweisen. (Zitat PI-BfR vom 13.08.2015)   Was heißt das jetzt? D.h., wenn man Phthalocyanin-blau mit einem „heißen“ Laserstrahl eines Rubin-Lasers zerschießt, dann kann u.a. 1,2-Benzendicarbonitril, Benzonitril, Benzol und Cyansäure/ Blausäure entstehen! Darauf muss man unbedingt hinweisen, da das Vorhandensein dieser Stoffe und in diesen Mengen zellschädigend für den Körper sein kann!!    Was ist Blausäure? Blausäure oder Cyanwasserstoff/ Wasserstoffcyanid ist ein farbloser bis leicht gelblicher, brennbarer, flüchtiger und wasserlöslicher Stoff, der nach Bittermandeln riecht. Hochgiftig wird er u.a. zur Schädlingsbekämpfung und leider in der Geschichte auch verschiedentlich gegen den Menschen eingesetzt. Man findet Blausäure aber auch in der Natur. Unter anderem in Steinobst wie Aprikose, Pfirsich, Kirsche und eben Bittermandeln. Zudem in Bambus, Leinsamen, Maniok, Yamswurzel oder in gewissen Sorten der Süßkartoffel. Durch eine Störung des Sauerstofftransportes in den Zellen, kommt es bei übermäßigem Verzehr zu einer inneren Erstickung. Besonders betroffen sind Gehirn- und Herzzellen von diesem Zelltod. Symptome einer akuten Blausäurevergiftung sind Atemnot, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Bei regelmäßigem Verzehr kann es zu neurologischen Störungen führen.   Als Neben-/ Abfallprodukt entsteht Blausäure zudem z.B. bei der Verbrennung von stickstoffhaltiger Polymere/Kunststoff oder Esbit (Grillanzünder) und der Klassiker, beim rauchen von Tabak.   Um kurz beim Todschlagargument Rauchen als Beispiel zu bleiben - es ist bekannt, dass in der Gasphase einer Zigarette im Durchschnitt ca. 400-500 (µg) Mikrogramm Blausäure im Rauch freigesetzt werden. Da der menschliche Körper vor der Aufnahme von Blausäure über natürliche Produkte und in geringen Mengen bereits geschützt ist, kommt das körpereigene Enzym Rhodanase (Thiosulfat-Cyanid-Tranferase) zum Einsatz und spielt bei der Giftausleitung von solchen Cyaniden eine katalysierende Rolle.   Zurück zur Rubin-Laser Tattooentfernung und der BfR-Untersuchung Das Ergebnis der BfR-Untersuchung besagt nun, wenn man die vom BfR nachgewiesenen Mengen an Blausäure-HCN (in-vitro) auf die Situation im menschlichen Körper (in-vivo) überträgt,  so könnten in bestimmten und gut durchbluteten Gewebeschichten durch Rubin-Laserbehandlung HCN-Konzentrationen von bis zu 30 (µg) Mikrogramm pro Milliliter (ml) entstehen. Das könnte zu möglichen gesundheitlichen Risiken und Zellschädigungen führen. Und wie das BfR selber sagt, insbesondere dann, wenn extrem große Tätowierungen mit einem Rubin-Laser auf einmal bestrahlt werden (z.B. > 500 Quadratzentimeter).     Unsere Gedanken zur BfR-Untersuchung Gut dass es endlich einer macht, der unabhängig von der Industrie oder privaten Finanzgebern ist. Leider ist der vom BfR ausgewählte Rubin-Laser technisch und aus unserer eigenen Sicht nicht mehr so ganz auf dem neuesten Stand der Lasermedizintechnik. Rubin-Laser werden zur Entfernung von Tätowierung nur noch selten und sehr vereinzelt heran gezogen, finden sich aber auch sicherlich noch in der ein oder anderen Praxis wieder. Aus gutem Grund: der Rubin-Laser ist nämlich für verschiedenste Indikationen und Läsionen der Haut wirklich gut geeignet! Zudem stellt sich für uns u.a. aber die Frage, mit welchen Energiedichten tatsächlich gearbeitet wurde, bei welcher Lichtimpulsgeschwindigkeit. Laut Veröffentlichung des BfR-Untersuchungsergebnisses in Scientific Reports wurden 3 Laserschüsse mit dem Rubin-Laser (Sinon®) mit den Parametern 5 Joule/ qcm auf das blaue Pigment mit einer Laserspotgröße von 5 mm und der Wellenlänge 694nm abgegeben. Die Auswahl von Spotgröße und Energiedichte beeinflusst massiv das Eindringen des Laserstrahls in die natürliche Haut. Unberücksichtigt bleibt die Lichtimpuls-Geschwindigkeit, die der Laserhersteller Sinon® für seinen Rubin-Laser mit 20ns/ Nanosekunden angibt. Das ist weiter als jenseits des heutigen Stands der Technik und lässt aus unserer Sicht das Pigment eher verkochen anstatt es zu zersprengen. Die BfR-Untersuchung spricht dabei vom Bruch der Pigmentteilchen durch eine induzierte Dampf-Kohlenstoff-Reaktion aufgrund von Temperaturen bis 1000Grad Celsius. Wir nennen es verbrennen. Moderne Nanosekundenlaser arbeiten unter 8ns und Pikosekundenlaser (also noch schneller) sind auf dem Vormarsch. Frage hierzu: Verändern sich die entstehenden Spaltprodukte des behandelten Pigments beim Einsatz von photomechanisch/ photoakustisch arbeitenden Lasersystemen? Dazu wäre wichtig zu wissen, ob es sich bei der BfR-Untersuchung um Einzelschussauslösungen handelt oder die 3 Schüsse in direkter Folge ausgelöst wurden. I.d.R. verändert sich die gütegeschaltete (sogenannte Q-switched) Impulsgeschwindigkeit in direkter Schussabfolge oft zum Nachteil. Zudem fällt in den Messdiagrammen auf, dass es vorrangig erst bei Temperaturen ab 800Grad Celsius zu messbar relevanten Faktoren im Hinblick auf Blausäure-HCN kommt. Also wenn das Pigment B15:3 verkohlt. Die Licht-Temperaturen werden eben massiv durch die Laserimpulseigenschaften beeinflusst. Wir geben dieses unbedingt zu bedenken! Das BfR weist im zugehörigen Artikel auch explizit darauf hin. Eine weitere Überlegung, warum das Pigment 15:3 so schlecht auf die Lichtwellenlängen des Nd:YAG Lasers (Revlite SI) reagiert hat, man blaue Tattoo-Mittel aber in der wirklichen Welt damit behandeln kann: Es gibt, wie oben bereits beschrieben, einen Unterschied zwischen Pigment 15:3 und einem daraus entstehenden TATTOO-Mittel. Letzteres ist u.a weiterverarbeitet, um für das Tätowieren eingesetzt werden zu können. In Abhängigkeit von Pigmentgröße, verwendeten Trägerstoffen und Beimischungen, reagieren einige Varianten des Tattoo-Mittels auf den Laserimpuls des Nd:YAGs und lassen sich für den Farbabbau zertrümmern. Woran das tatsächlich liegt, vermögen wir bis dato noch nicht beantworten zu können.       Wie viel Pigment wurde tatsächlich und auf einmal beschossen? Die Messungen fanden bei Mengen von 0,2 - 2,5mg statt aber auf welcher Fläche? Nach der Literatur werden bis zu 9mg Pigment pro cm2 Haut im Durchschnitt als Tätowierung festgehalten. In diesem Quadratzentimeter gibt es noch weitere Stoffe, die den Laserimpuls beeinflussen können. Zudem agglomerieren Tattoo-Pigmente in der Haut und sind sicherlich nicht immer einheitlich verteilt. In Abfolge der Entfernungsbehandlung muss der Laserstrahl immer tiefer in die Haut eindringen, um Tattoo-Pigmente zu treffen. Es kommt also auch auf die Hautdicke, Hauttyp und Körperstelle an. Die vom BfR gewählte Laserspotgröße von 5mm ist schon ziemlich groß und wird in der professionellen Praxis erst bei der 3., 4., 5. Behandlungswiederholung gewählt. Die Laserspotgröße beeinflusst die Eindringtiefe des Laserstrahls in die Haut. Fazit: 5mm Laser-Spotgröße, 5Joule/qcm Energiedichte bei 20ns Laserimpuls ist aus unserer Sicht schon sehr Negativ-Ergebnis orientiert ausgewählt. Um es etwas bildhafter zu erklären: Das ist so, als wenn man ein Bügeleisen auf volle Temperatur dreht, 10 Minuten auf ein Seidenhemd stellt und sich darüber wundert, das es einen Brandschaden gibt.      Die letale (tödliche) Dosis Blausäure-HCN liegt bei den meisten Tierarten um 2mg (konzentriert) pro Kilogramm Körpergewicht (2000 µg HCN pro 1.000.000.000 µg Körpergewicht (200mg auf 100kg Körpergewicht) oder einer 50 ppm (0,0050%) Konzentration in der Luft. Wikipedia besagt hierbei, dass eine 100-300 ppm Konzentration in der Luft one Erste Hilfe tödlich wirken kann. Was bedeutet also eine HCN-Konzentration von bis zu 30 (µg) Mikrogramm pro Milliliter (1 ml bzw. 0,001Liter) aus dem BfR-Untersuchungsergebnis? Okay, nicht gut – es kann eventuell zu Zellschädigungen führen - das haben auch wir verstanden! Darauf muss das BfR hinweisen und das machen wir auch!  Als Tipp: Profi-Laserologen sollten keine 500qcm große bunte Tätowierungen in nur einer Sitzung behandeln. Blaue Tattoo-Mittel werden heute i.d.R. mit einem Alexandrit-Laser behandelt aber auch energiereiche und schnelle Nd:YAG Laser können bestimmte Arten von blauen Tattoo-Pigmenten zertrümmern. Erforschung, wie durch das BfR, steht hierbei noch aus. Und noch eine Frage an dieser Stelle: Wenn wir es richtig verstanden haben, dann hat das BfR direkt das Pigment B15:3 anhand der Rubin-Laserbehandlung erforscht!? Wie groß waren eigentlich die Pigmente? Wir haben dazu nichts im Artikel zur Untersuchung gefunden!? Warum wurde nicht besser ein blaues Tattoo-Mittel verwendet, in dem das Pigment weiterverarbeitet wurde, sprich reellere Bedingungen? Das Pigment B15:3 wird sich wohl nie alleine in der Haut wiederfinden lassen. Zur Herstellung von Tattoo-Mitteln werden Trägerstoffe verwendet. Das bleibt u.E. unberücksichtigt. (schon klar - um als Bundesinstitut unabhängig von Tattoo-Mittelherstellern zu bleiben in der Untersuchung. Aber das ist u.E. unnötig, da den Rubin-Laser ja auch jemand gebaut hat!)   Gemessen an den News-Headlines der vergangenen Tage, springen viele auf das vermeidlich risikoreiche und gesundheitlich bedenkliche BfR-Ergebnis der Nanosekunden-Rubin-Laserbehandlung zur Tattooentfernung von Phthalocyanin-blau an.  Aus unserer Sicht: grundsätzlich top und Forschung ist immer gut - vor allen Dingen, wenn man über sie spricht!!! Die Laser-Tattooentfernung ist kein Freizeitsport sondern ein kosmetisch-ästhetischer Eingriff in den persönlichen Körper eines Tattoo-Trägers. Wir hoffen, dass der ein oder andere Tätowierte oder zukünftige Tattoo-Träger sich mehr Gedanken zu seinem Motiv und Tattoo-Mitteln macht als es bisher der Fall zu sein schien. Wir hoffen, dass dieses Thema die Sensibilität dafür etwas steigert. „Tattooentfernung ist nicht ohne Risiko“ haben wir des Öfteren gelesen. Das stimmt!!! Genau wie das Tätowieren auch! Daher raten wir jedem zu einem ausgewiesenen Tattoo-Profi in ein Tattoo-Studio zu gehen, sich ausgiebig beraten zu lassen und sich im Vorfeld genauere Gedanken zur eigenen Motivwahl zu machen. Dann lernen wir uns vielleicht auch nicht kennen! Diese "Jugendsünde" bleibt vor allen Dingen aus und das Tattoo hält, was es verspricht: für die Ewigkeit!! Think before you ink! FSK21!   Support your local Tattoo-Hero: Wer die Gilde der Profi-Tätowierer unterstützen möchte, der sollte mal hier auf die Seite des Bundesverband-Tattoo e.V. gehen und am besten gleich Mitglied werden. Kostet den Kunden nichts und ist auch kein Abo - unterstützt aber die Tattoo-Profis ungemein mit jeder einzelnen Stimme. Auch der D.O.T. e.V. und ProTattoo e.V. sollten zu Euren Eckpfeilern werden, wenn Ihr Euch professionell verzieren lassen möchtet. Viel Info hilft viel!!    Wenn Ihr Fragen habt, dann könnt Ihr jeder Zeit und gerne Kontakt zu uns aufnehmen über info@doctattooentfernung.com oder 030-80105999         Quelle-Artikel-Zitate: Schreiver, I. et al. Die Bildung von hochgiftigen Blausäure auf Rubin-Laser-Bestrahlung der Tätowierung Pigment Phthalocyaninblau. Sci. Rep. 5 , 12915; doi: 10.1038 / srep12915 (2015).   Quellen-Informationen: 1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Institut für Chemikalien- und Produktsicherheit, Max-Dohrn-Straße 8-10, 10589 Berlin, Deutschland Ines Schreiver, Christoph Hutzler, Peter Laux & Andreas Luch 2. Evangelisch-Elisabeth-Krankenhaus, Klinik für Lasermedizin, Lützowstraße 24-26, 10785 Berlin, Deutschland Hans-Peter Berlien   CH, IS, PL und AL entwickelt die Studie. IS und HPB die Experimente durchgeführt. IST, CH, PL und AL kritisch die Daten überprüft und schrieb das Manuskript. CH und AL überwacht die gesamte Studie, einschließlich Planung, Ausführung und Interpretation der instrumentellen Analytik und in-vitro-Experimenten. Interessenkonflikt Die Autoren erklären, keine konkurrierenden finanziellen Interessen.   . 

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