Dr med Hans Oliver Weber Copyright 2016

Dr. med. Oliver Weber aus Nürnberg behandelt seit ca 8 Jahren zunächst in anderen Laserzentren und seit 2012 im eigenen Hautarzt- und Laserzentrum Noris Dermatologie verschiedenste Arten von Tätowierungen mit unterschiedlichen Lasersystemen.

Über seine Erfahrungen im Umgang mit diesen Lasersystemen und die jüngsten Entwicklungen zu Tattoos, der Laser-Dermatologie und der wachsende Nachfrage in der Laserbehandlung sprach Dr. Weber mit DocTattooentfernung.

 

 

1. Herr Dr. Weber, bitte stellen Sie sich und Noris Dermatologie Nürnberg in kurzen Sätzen vor.

Die Noris Dermatologie ist ein großes Hautarzt- und Laserzentrum mit besonderer Expertise im Bereich ästhetischer Laserbehandlungen (Rosacea, Besenreiser, Narben, störende Hautveränderungen, Tattooentfernung). Seit kurzem verfügen wir über den Picoway Laser, einen Pikosekunden Laser der neuesten Generation zur Entfernung von Tattoos.

 

Logo Noris Dermatologie Nürnberg Copyright 2016 

 

2. Die Tätowierung und das Permanent Make-up ist in unserer westlichen Gesellschaft heutzutage nicht mehr wegzudenken. Wie ist Ihre persönliche Einstellung gegenüber den allerorts gezeigten Hautverzierungen? Haben Sie eventuell selbst eine Tätowierung oder würden Sie sich eine stechen lassen?

Tätowierungen sind natürlich immer Geschmackssache. Dabei sind die Motive der Tätowierungen sehr unterschiedlich. Eindrucksvoll sind etwa Tattoos ehemaliger Angehöriger der französischen Fremdenlegion oder Yakusas. Hier in Nürnberg trägt manch Fußballfan voller Stolz das Symbol unseres „Clubs“. Es stellen sich auch viele Patienten mit „Jugendsünden“ vor, z.B. unter Einfluß von Alkohol wird da schon mal der Name der Exfreundin tätowiert, dann leider auch noch unter Weglassen einzelner Buchstaben… Der Wunsch, derartige Tattoofehler zu entfernen ist dann sehr gut verständlich (wobei ich das Club-Tattoo nicht als Fehler im eigentlichen Sinne sehe ;-)

Wir haben auch viele Nachfragen von jungen Leuten, die bei der Bundeswehr oder bei der Polizei anfangen und daher ihre Tattoos möglichst schnell entfernen lassen möchten. Ein generelles Problem ist, dass sich Farbe und Form von Tattoos -dem Gesetz der Schwerkraft folgend- im Laufe des Lebens stark verändern können.

 

3. Würden Sie unseren Lesern bitte erläutern, wie die Behandlung mit dem Laser in Ihrer Praxis typischerweise abläuft, wenn sich ein Patient ein Tattoo entfernen lassen möchte? Welches ist Ihr bevorzugtes Lasersystem?

Wir setzen seit kurzem das System Picoway der Firma Syneron Candela ein. Es handelt sich um einen besonders leistungsstarken und variablen Pikosekunden-Laser. Seine verschiedenen Wellenlängen und kurzen Impulsbreiten machen es möglich jegliche Farben zu behandeln. Für eine vollständige Tattooentfernung sind bei diesem System verhältnismäßig wenig Behandlungen notwendig, auch wenn die Anzahl der notwendigen Sitzungen schwer vorherzusehen ist. In der Regel benötigt man zwischen 4-8 Sitzungen, je nach Tattoo-Farbe. Das ist ca. die Hälfte, die mit bisherigen Systemen nötig waren. Eine Sitzung dauert, aufgrund der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des Picoway nur wenige Minuten. Die Haut wird zur Schmerzreduktion mit einer Betäubungscreme und kalter Luft behandelt, was sehr gut funktioniert. Die Behandlungskosten richten sich nach der Behandlungsfläche und liegen zwischen 200 und 500 Euro pro Behandlung. Nach der LAserbehandlung kann es zu Krusten kommen, die aber schnell abheilen. Die Sonne sollte an der behandelten Stelle für wenige Wochen gemieden und / oder UV-Schutzcreme angewendet werden.

 

4. Was passiert physiologisch, wenn das Laser-Licht auf die Haut gerichtet wird?

Die bisher verwendeten Nd:YAG-, Rubin-, und Q-switched-Laser funktionieren nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Durch die Absorption (Aufnahme) von energiereichem Licht kommt es zur Erhitzung und thermischen Zerstörung des Zielgewebes. Ein Pikosekundenlaser arbeitet anders. Die kürzeren Impulse ermöglichen ihm, die Farbe durch einen photoakustischen Effekt zu zerstören (Schockwelle), ohne daß dabei viel Hitze entsteht. Dadurch werden Farbpigmente in kleinere Stücke zerteilt und vom Körper abtransportiert. Im Gegensatz zu anderen Lasern kommt es bei der Anwendung eines Pikosekundenlasers zu einer deutlich geringeren Narbenbildung.

 

5. Welche Patientengruppen kommen zu Ihnen hauptsächlich in die Praxis, um sich lasern zu lassen?

Hier kann ich nur schätzen. Vermutlich 80% mögen Ihr Tattoo gar nicht mehr, 10% möchten aus beruflichen Gründen eine Entfernung, 10% möchten eine Vorbereitung zum CoverUp-Tattoo. Ich arbeite dafür mit Tätowierern aus der näheren Umgebung zusammen.

  

6. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der Nachfrage in den Praxen/ Kliniken auf dem Gebiet der Pigment-Laser-Dermatologie ein?

Die Entwicklung im Bereich Laser-Dermatologie geht immer weiter, was wir ja jetzt an den Pikosekundenlasern sehen. Die Nachfrage an Laserbehandlungen wird immer größer. Die Entfernung von Pigmenten durch nicht invasive Verfahren wird immer mehr nachgefragt. Ich erwarte von den Herstellern, dass die Entwicklung immer weiter geht und man immer mehr neue Laser bekommt, die Behandlungszeiten verkürzen und Nebenwirkungen verringern. Bei der Auswahl des richtigen Systems muss man sich von den Firmen gut und professionell beraten lassen. Ich habe mich für den Picoway entschieden, da mich das System am meisten überzeugt hat, ich mich von der Firma sehr gut betreut fühle und alle meine Fragen und Probleme immer professionell gelöst werden. Gerade bei der Investition in einen Pikosekundenlaser ist die Firma inklusive technischen Service ein wichtiger Punkt.

 

7. Was können Patienten tun, um den Behandlungsprozess selbst noch zu unterstützen?

Direkt nach der Behandlung sollte eine mittelstarke bis starke Kortison-haltige Creme aufgetragen werden. Diese kann nur von Ärzten verschrieben werden. Die weitere Behandlung sollte mit antibakteriellen Cremes erfolgen. Ich glaube nicht, dass man mit handgemixten Tees und ähnlichen Mittelchen das Tattoopigment aus dem Körper entfernen kann. Von derartigen Angeboten sollte man Abstand nehmen.

 

8. Wir haben in den letzten Jahren bei der Arzt- und Netzwerk-Akquise für DocTattooentfernung.com häufig festgestellt, dass viele Hautärzte in D/A/CH kaum Bezug zu professionellen Tätowierern und ihren Studios haben. Geschweige denn genaueren Kenntnisstand über verwendete Tattoo- und Permanent Make-up Mittel haben. Wie und was sollte man unbedingt ändern? Gerade im Hinblick auf die Laserbehandlung und eine mögliche Zusammenarbeit mit der Tattoo-Branche?

Ein Problem ist das Überstechen von Muttermalen. Die Beurteilung, ob ein Muttermal entartet oder nicht, ist bei tätowierten Muttermalen äußerst schwierig. Es kann auch sein, dass auf einem bereits vorbestehenden Tattoo ein Muttermal entsteht und dann nicht analysiert werden kann. Insbesondere Menschen mit vielen Muttermalen oder Menschen, in deren Familie schon mal ein Hautkrebs vorgekommen ist, sollten sich gut überlegen, ob für sie ein großflächiges Tattoo das richtige ist. Unter Umständen kann das -so muss man das formulieren- lebensgefährlich sein. Ich empfehle jedem Tätowierer, bei dem Überstechen von Muttermalen sehr zurückhaltend zu sein und bei Unklarheiten ihre Kunden vorher bei einem Hautarzt vorzustellen. Ich persönlich arbeite diesbezüglich auch gerne mit Tattoo-Studios zusammen. 



Youtube-Werbevideo zum Picoway Lasersystem von Syneron Candela https://youtu.be/wwe9iytAY1g

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Dr. Strauss - TBS

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