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Darf die Polizei Bewerber mit Tattoo ablehnen? Fotolia 45841094 for DocTattooentfernung Copyright
Diskriminierung seitens (potenzieller) Arbeitgeber bleibt nach wie vor eine Bedrohung für die individuellen Karrierewege von Menschen mit Tätowierungen. Das gilt nicht nur für private Unternehmen, die in ihren Kundenbeziehungen einer bestimmten Kultur verpflichtet sind, in der Tattoos als Kennzeichen sozialer Ächtung gelesen werden. Das gilt auch für ein Beschäftigungsverhältnis im Staatswesen, sei es eine Anstellung oder Verbeamtung. Einerseits könnte argumentiert werden, dass insbesondere Beamte auf eine Vorbildfunktion verpflichtet sind, die ihr Privatleben nicht ausspart. Ein Bewerber für den Polizeidienst in Nordrhein-Westfalen, der vom Auswahlverfahren wegen seines Löwenkopf-Tattoos auf dem linken Unterarm ausgeschlossen worden war, hatte gegen die Entscheidung geklagt – und vor dem Verwaltungsgericht im Eilverfahren Recht zugesprochen bekommen. Die folgende glückliche Ernennung zum Kommissarsanwärter war allerdings unter Vorbehalt einer späteren Entlassung erfolgt.     Tattoo und Vorbildfunktion »Beamte sind Personen, welche in einem öffentlichen-rechtlichen Treueverhältnis zum Staat beziehungsweise einer juristischen Person des öffentlichen Rechts stehen. Ihre Aufgaben bestehen insbesondere in der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben.« (Juraforum 2018) Zu den sog. Dienst- und Treuepflichten eines Beamten gehören u. a. Anweisungen zum Auftritt, was zwangsläufig das Aussehen einschließt. Diese Anweisungen dürfen jedoch nicht zu weit gehen, wie das Bundesverwaltungsgericht vor fast 20 Jahren in einem Fall befand – und dabei ging es um Körperschmuck, nicht um Tätowierungen. Der Dienstherr würde dann zu weit gehen, wenn das Persönlichkeitsrecht des Beamten (oder Anwärters) verletzt würde. Hier stehen sich also zwei Prinzipien gegenüber, die gegeneinander abgewogen werden müssen: Die Hoheit des Staates im individuellen Auftritt zu wahren, aber im Vollzug dieser Wahrung nicht übermäßig in seinen individuellen Rechten eingeschränkt zu werden. Anders gesagt: Ist eine Dienstanweisung mit höherrangigem Recht vereinbar oder nicht? (Der Preis für die relativ privilegierende Verbeamtung ist freilich schon, dass der Staat mehr von seinen Mitarbeitern verlangen darf, als etwa in der Privatwirtschaft üblich ist.)   Mir wollet koi Samurai mit Roiszähn In Baden-Württemberg beispielsweise hat das Innenministerium eine Leitlinie formuliert, die Tätowierungen verbietet, »die einen vertrauensunwürdigen Eindruck erwecken und im Dienst sichtbar sind« (3.3 der Leitlinien des Innenministeriums Baden-Württemberg). Zugleich haben Bewerber einen grundgesetzlichen (höheres Recht!) Anspruch auf Tolerierung. Die Frage ist also, nach welchen Maßstäben bemessen wird, was vertrauensunwürdig, was tolerabel ist. Hier gilt wie auf hoher See: Vor Gericht ist man in Gottes Hand ... Im Jahre 2015 hatte ein Bewerber geklagt, weil er im Bewerbungsverfahren für den mittleren Polizeivollzugsdienst keine Berücksichtigung aufgrund seines Samurai-Tattoos auf dem linken Oberinnenarm fand – wie ihm mitgeteilt worden war. »Ein Motiv der Tätowierungen sei nicht mit dem Berufsbild eines Polizisten vereinbar. Nach den Leitlinien des Innenministeriums Baden-Württemberg vom Februar 2014 seien Darstellungen unzulässig, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstießen, diskriminierende, gewaltverherrlichende oder sonstige gesetzlich verbotene Motive enthielten sowie solche Motive, die im Einzelfall einen vertrauensunwürdigen Eindruck erweckten. Das Tattoo auf dem linken Oberinnenarm, das eine Samurai-Maske mit ›Reißzähnen‹, ›blutigen Augen‹ und einem ›horn-ähnlichen Aufsatz‹ zeige, sei mit diesen Leitlinien nicht vereinbar. Eine Übertätowierung sei nicht ausreichend, da das eigentliche Motiv Grund der Ablehnung sei.« (VG Sigmaringen, Beschluss vom 26. August 2015 · Az. 5 K 2479/15) Hier währte der Streit nicht lange, ob das Tattoo gewaltverherrlichend sei oder nicht (wie der Kläger – logischerweise – argumentierte), denn für die Berücksichtigung im Bewerbungsverfahren war das bei näherer Betrachtung unmaßgeblich. Das Gericht »verbesserte« die Begründung des ablehnenden Bescheids rückwirkend, indem es argumentierte, dass der Bewerber schon wegen seiner erreichten Punkte im Einstellungstest jenseits von Gut und Böse rangierte, nämlich auf Platz 570. Da nur 280 Neueinstellungen geplant waren und das Prinzip der Bestenauswahl praktiziert werde, sei die Nichtberücksichtigung der Bewerbung auch ohne Tattoo-Streit rechtens. »Um den Antragsteller nach diesen Grundsätzen einstellen zu können, müssten mindestens 290 Bewerber, die einen besseren Testwert erzielten, absagen. Dies liegt fernab jeglicher Lebenserfahrung.« (VG Sigmaringen) Über die Interpretation des Tattoo-Motivs – übrigens eine ästhetische, also im strengen Sinne kunsttheoretische Diskussion – lässt sich lange streiten. Aber das? Kaum. Preisfragen des Tages: Wieso hat die Polizei sich auf das Tattoo »eingeschossen«? Wieso hat das der Anwalt seinem Mandanten nicht im Vorfeld erklärt? Der Spaß hatte immerhin einen Streitwert von 6.377,34 € ... Jedenfalls ist der ursprünglichen Begründung zu entnehmen, was im Ländle normativ nicht geht, wenn man Polizist werden möchte.   Der angehende Kommissar in NRW wiederum ist aufgrund eines juristischen Fehlers als Gewinner aus dem Rechtsstreit hervorgegangen: Es fehlt in NRW nämlich an der »erforderlichen gesetzlichen Ermächtigung«, die allerdings benötigt wird, wenn eine bestimmte Art und Ausführung einer Tätowierung (VG Düsseldorf 8.5.2018) einen Bewerber für ein Amt disqualifizieren soll. Im konkreten Fall hatte sich mit der Ernennung zum Anwärter, immerhin ein Beamtenverhältnis (!) auf Widerruf, der Rechtsstreit aus Sicht des VG Düsseldorf erledigt.   Für alle, die den Polizeidienst einer aus der Beamtenlaufbahn fallenden Verzierung vorziehen, stehen wir zum Thema Laserbehandlung zur Tattooentfernung wie gewohnt zur Verfügung. Vielleicht trifft man dabei sogar ja auch den ein oder anderen Kollegen in Uniform...
Laserschutzbrille Tattooentfernung Copyright DocTattooentfernung 2018
Wir werden immer wieder von Lasertherapeuten angesprochen, dass ihre Augen nach einem anstrengenden Tag nach der Laserbehandlung doch ordentlich schmerzen oder man gar helle Punkte sehen würde. Unsere Antwort darauf lautet: „Weil Du die falsche Laserschutzbrille trägst!“         Wie hell ist der Lichtblitz eines gütegeschalteten Nd:YAG Lasers? Hat sich je einer gefragt, wofür man bei der Laserbehandlung zur Tattooentfernung eine Laserschutzbrille trägt? „Ja klar! Um die Augen zu schützen und das haben sie beim Laserschutzkurs gesagt. So ein Laser der Klasse 4 ist gefährlich, wenn er ins Auge trifft.“   Dass der Laserstrahl selbst gefährlich für das Auge ist, ist nur die halbe Wahrheit! Natürlich ist es vollkommen korrekt, dass der Laserstrahl, den wir uns in verschiedenen Licht-Wellenlängen bei der Tattooentfernung zu Nutze machen, gefährlich für das Auge ist. Vor allen Dingen, wenn er direkt ins ungeschützte Auge und auf die Netzhaut trifft. Dann war es das erstmal mit Gucken. Der Laser-Lichtimpuls strahlt aber grundsätzlich extrem hell. Auch wenn es nur für Milliardstel oder Billionstel von Sekundenbruchteilen ist. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob wir den Laser-Impuls sehen können oder nicht oder er auf tätowierte oder nicht-tätowierte Haut trifft. (1064nm Wellenlängen im unsichtbaren nahen Infrarotbereich und 532nm Wellenlänge im grünen sichtbaren Bereich). Der Laser-Impuls strahlt immer! Bedenken muss man den Umstand, dass der äußerst kurze Laser-Lichtimpuls Millionen von Watt Leistung ausstrahlt. Eine Laser-Impulsenergie von 1,0Joule (1000mJ) bei einer Pulsbreite von 10 (ns) Nanosekunden, bedeutet eine Ausgangsleistung von 100Millionen Watt. Da möchte doch keiner in den Laserstrahl gucken, oder?   Das Wichtige für den Lasertherapeuten ist dabei aber, dass der Laser-Lichtimpuls nicht nur in die Haut des Kunden eindringt, sondern die Haut selbst dazu auch eine Reflexionsfläche bietet. »Die fresnelschen Formeln (nach Augustin Jean Fresnel) beschreiben quantitativ die Reflexion und Transmission einer ebenen, elektromagnetischen Welle an einer ebenen Grenzfläche. Der zunächst berechnete Reflexions- und Transmissionsfaktor ist das Verhältnis der reflektierten bzw. transmittierten Amplitude zu jener der einfallenden Welle. Durch Quadrieren erhält man den Reflexions- bzw. den Transmissionsgrad, welche als Energiegrößen Intensitätsverhältnisse darstellen.« (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fresnelsche_Formeln)   Die Formeln der Fresnel-Reflexionen kennt doch jeder gut ausgebildete Lasertherapeut, oder? Klar! What? Kurz übersetzt für unseren Bereich der Laser-Tattooentfernung bedeutet das, die Haut (je nach Hauttyp nach Fitzpatrick I-VI) reflektiert rund 4% des gesamten Lichts. Nehmen wir jetzt unsere eben errechnete Ausgangsenergie des Laserlichts von 100 Millionen Watt, sind das 4.000.000 Watt, die alleine die Haut als Reflexionsfläche in unsere Augen katapultiert. Als Do-it-yourself Versuch für zu Hause, empfehlen wir mal eine Lampe mit einer 100 Watt Birne eine Sekunde lang an und wieder aus zu knipsen und ohne Sonnenbrille ins Licht der Glühbirne zu schauen. Alternativ gerne auch ein Selfie mit einem iPhone 7 mit dem Quad-LED True Tone Flash machen – der Blitz hat rund 90 Watt.     Die Helligkeit der Wellenlänge 532nm ist beim Nd:YAG Laser enorm Die grüne, für das menschliche Auge sichtbare Lichtwellenlänge 532nm, erscheint als Laser-Lichtimpuls weitaus heller als die Wellenlänge 1064nm. Das liegt vor allen Dingen an dem Umstand, dass unsere Augen bei Grün sehr empfindlich reagieren. Wer einmal versucht hat seine Laser-Tattooentfernung während der Verwendung der Wellenlänge 532nm zu fotografieren, der wird bemerkt haben, dass Fotos genau zur Laser-Impulsauslösung meist vollkommen überbelichtet sind. Wer dies zudem mit einer Handykamera versucht hat, der wird im Nachhinein feststellen, dass der Lichtbildsensor an der ein oder anderen Stelle seinen Dienst quittiert hat und kleine grüne Makel auf ewig in seine Handybilder eingebrannt sind. Also bitte nicht nachmachen bei 532nm-Behandlungen. Hinzu kommt, dass auf den Fotos sichtbar wird, dass der gesamte Laserraum in grünes Laserlicht getaucht wird. Die Haut reflektiert nicht nur in unsere Augen, sondern auf alle Reflexionsflächen im Raum. Daher sollte eine Laserschutzbrille auch immer ordnungsgemäß auf der Nase sitzen und die Augen umfänglich geschützt sein.    Der korrekte Laserschutz für die Augen Um die Augen meiner Kunden und meine eigenen zu schützen, benötige ich die richtige Laserschutzbrille für die Laserbehandlung, passend zum jeweiligen Lasersystem und seinen Leistungen. Die renommierten Laserhersteller haben i.d.R. die korrekte Ausstattung für die persönliche Schutzausrüstung und stehen beratend zur Seite. Dazu gibt es Unternehmen, die sich auf den Laserschutz spezialisiert haben und ebenfalls gerne Rede und Antwort stehen. Fakt ist, das eine Laserschutzbrille ein hochwertiges optisches Produkt und zudem äußerst empfindlich ist, das pfleglich behandelt werden sollte. Kleinste Kratzer können einen einwandfreien Augenschutz bereits stark beeinträchtigen. Hier sollten Laserschutzbrillen ausgetauscht werden. Billig-Importe für 50Dollar aus Fernost sind meist nicht geeignet.   Beispielangaben, die man auf Laserschutzbrillen für die Laserbehandlung mit einem Q-switched Nd:YAG Laser (1064nm/ 532nm) zur Tattooentfernung finden sollte: Wellenlängen-Bereiche: 190-534nm      OD 7+ (heißt bei 107Watt Lichtstrahl auf den Brillenschutzfilter, kommt nur 1Watt im Auge an) 315-534nm      D L4 + IRM L6 925-1064nm    D L5 + IRM L6 960-1064nm    OD 7+ 980-1064nm    IRM L7   Nicht nur, dass die persönliche Schutzausrüstung bei der Verwendung von Klasse 4 Lasern gesetzlich vorgeschrieben ist - Qualität kostet Geld und Du hast nur ein Augenpaar!! – Also spare nicht an der falschen Stelle, dann hört es auch auf mit den abendlichen Augenschmerzen.     .
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Es war die Nachtigall und nicht die Lerche: Bei Tattoos sind es wohl ausgerechnet die Makrophagen (große Fresszellen), die sowohl für die Erhaltung einer Tätowierung verantwortlich sind, als auch für die  Entfernung und Abtransport der gelaserten Pigmenttrümmer.         Neue Erkenntnisse aus der experimentell-medizinischen Forschung Was sind Makrophagen? Als Müllmänner des Körpers bereiten sie abgestorbene Zellen, Bakterien und Fremdkörper für den Abtransport des Zellmülls durch das lymphatische System – die Müllabfuhr – vor. Sie nehmen auch die Farbpartikel der Tätowiermittel auf. Warum verschwindet ein Tattoo dann nicht im Zuge der Erneuerung der Haut, also nach ein paar Wochen? Um im Bild zu bleiben: Hier fällt der Müllmann in den Farbeimer. Die Farbpigmente werden am Ort der Tätowierung von den Makrophagen aufgenommen – und diese werden damit selbst zum Träger der Farbpigmente. Was passiert nun, wenn ein gefärbter Makrophage seinerseits das Zeitliche segnet und sich auflöst? Seine Bestandteile werden vor Ort von einer Fresszelle der nächsten Generation aufgenommen und immer so weiter. Kurz gesagt erhält sich eine Tätowierung in einem ständigen Übergabeprozess der Pigmente von einer Fresszellengeneration zur nächsten. Bisher war die hautmedizinische Forschung davon ausgegangen, dass die Farbpigmente in einer anderen Zellgattung gespeichert würden, nur den Fibroblasten. Dem ist nicht so. Die Immunologen Anna Baranska und Kollegen von der Aix Université Marseille und dem Pariser Institut Curie haben u. a. diesen Mechanismus in einem Tierversuch unter die Lupe genommen. Sie tätowierten die Schwänze von Mäusen mit grüner Tätowierfarbe und töteten danach die Fresszellen durch die Injektion von Diphterietoxin in den Mäuseschwänzen ab. Die Tätowierung verblasste zunächst, gewann aber im Laufe von 90 Tagen wieder an Farbintensität durch neu gebildete Makrophagen. Das eröffnet völlig neue Perspektiven auf die Frage, wie man effektiv Tätowierungen entfernen könnte – mit weitreichenden Konsequenzen hinsichtlich der Überlegung, welche Behandlungsalternativen sich ergeben und wer solche Behandlungen durchführen dürfte.     Bildausschnitt: Zyklus von Fressen, Freigabe nach medikamentöser Behandlung und erneutem Fressen. Quelle: Baranska et al. 2018.   Lasern oder medikamentös behandeln? Oder kombiniert? Diese Experimente eröffnen nicht nur neue Einsichten in die Vorgänge in der Haut, die einem Tattoo die bekannte Beständigkeit geben. Es zeigt sich auch, dass eine medikamentöse Behandlung – systemisch, von innen also – Tattoos zumindest zusetzen kann, indem die Pigmente tragenden Makrophagen abgetötet werden. Die Beobachtungen des Zyklus von Fressen, Freigabe nach medikamentöser Behandlung und erneutem Fressen im Mausmodell sind nicht einfach auf den Menschen zu übertragen, wie die Forscher betonen; dazu stehen weitere Untersuchungen aus. Freilich knüpfen die Forscher und Forscherinnen an ihre Befunde die These, dass zukünftig Tätowierungen mit medikamentöser Unterstützung entfernt werden könnten. Da die Farbpigmente nach der Zerstörung der Fresszellen an Ort und Stelle verbleiben, bis neue Fresszellen sie aufnehmen, müsste eine solche Behandlung außerdem beinhalten, dass die Farbpigmente aus der Dermis über die Lymphgefäße abgeführt werden, damit das Tattoo dauerhaft verschwindet.   Hier kommt der Laser ins Spiel, bei dem die Farbpigmente in kleinere Partikel verwandelt werden, die dann über das Lymphsystem aus der Hautschicht verschwinden. Es verhält sich so, dass dafür ebenfalls die Fresszellen verantwortlich sind, die die nun vom Laser zerkleinerten Pigmentpartikel aufnehmen. Die Möglichkeit einer Kombination aus Fresszellen tötenden Medikamenten und dermatologischer Laserbehandlung wird dann auch seitens Baranska und Kollegen in Aussicht gestellt: »Considering the long duration needed for the reconstitution of the pool of dermal macrophages and the recapture of the whole released pigments, tattoo removal can be likely improved by combining laser surgery with the transient ablation of the macrophages present in the tattoo area. As a result, the fragmented pigment particles generated by using laser pulses will not have the possibility to be immediately recaptured, a condition increasing the probability of having them drained away via the lymphatic vessels.« (Baranska et al. 2018)   Und genau hier setzt jetzt unsere Überlegung an: Damit ein Makrophage Tattoopigmente ordnungsgemäß umfliessen, assimilieren und/oder abtransportieren kann, muss das Pigment/Fragment schon extrem klein sein. Ist der Pigmentpartikel zu groß, kann der Makrophage zwar den Partikel umfliessen, steckt aber wie der zu fette Dackel mit seinem Knochen in der Hundeklappe fest. Dem schlauen Dackel schreiben wir zu, dass er seinen Knochen irgendwann fallen lässt und sich befreit. Dem Makrophagen wird durch die Frankreich-Studie nun leider eine gewisse Form der Dummheit attestiert. Er behält mit dem Pigment die Backen voll bis er stirbt. Schlimmer noch, sein Nachfolger steht schon mit Pigment-Fressneid hinter ihm und folgt ins Perpetuum mobile.  Auf jeden Fall eine extrem gute Studie, wie wir finden. Vor allen Dingen im Hinblick darauf, was die Laserbehandlung wahrscheinlich tatsächlich bewirkt und warum es immer zu mehreren Laserbehandlungs-Wiederholungen kommt, bis ein Tattoo komplett entfernt ist. Auch im Zusammenhang mit der Pikosekunden-Lasertechnik, die Pigmente mit ihrem photoakustischen Laser-Impuls ja in noch kleiner Fragmente zertrümmern können soll als herkömmliche Nanosekundenlaser.    Sollte es irgendwann einmal, neben der etablierten Laser-Tattoo-Entfernung, eine Kombinationsbehandlung mit z.B. Diphterietoxin und Laser geben, die durch eine zeitweise Unterdrückung der Fresszellenaktivität die Lasertherapiezeit verkürzt, so wäre die Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ausschließlich den Medizinern vorbehalten. Spannendes Thema - wir bleiben dran!    Literatur: Baranska, Anna/Shawket, Alaa/Jouve, Mabel et al. (2018): Unveiling skin macrophage dynamics explains both tattoo persistence and strenuous removal, in: Journal of Experimental Medicine 2018. DOI: https://doi.org/10.1084/jem.20171608   .

Die ältesten Tätowierungen der Welt

gepostet am 06.03.2018

Seit fast hundert Jahren im British Museum, doch bisher unerkannt: Die ältesten Tätowierungen, die der Archäologie bekannt sind, wurden unter Anwendung moderner Technik auf einer ca. 5200 Jahre alten Mumie aus Oberägypten entdeckt. Es handelt sich um den konservierten Leichnam eines Mannes um die 20 Jahre, der auf seinem rechten Oberarm die Bilder eines Stieres und einer Ziege trägt.       Tattoo-Kunst 1000 Jahre älter als bisher angenommen Der bisherige Stand der Forschung wird durch diesen neuen Fund auf den Kopf gestellt: Zum einen waren Tätowierungen mit einem Alter um 4000 Jahre nachgewiesen worden, zum anderen fanden sich Tätowierungen auf ägyptischen Mumien bisher nur bei Frauen, sodass bis zum jüngsten Fund davon ausgegangen wurde, Tätowierungen wären als Körperkunst ausschließlich für Frauen in Frage gekommen, die diese als Zeichen der Fruchtbarkeit oder möglicherweise aus Motiven der Erotik getragen hätten. Die Mumie des jungen Mannes ist nicht die einzige, die unter Einsatz von Computertomografie und Infrarotkamera untersucht worden ist. Der mumifizierte Körper einer Frau aus der gleichen Epoche weist auf der rechten Schulter Tätowierungen in Form von vier gleichmäßigen Schlangenlinien auf, die wie vier S aussehen. Die Archäologen Renée Friedman, Daniel Antoine, Sahra Talamo, Paula J. Reimer, John H. Taylor, Barbara Wills, Marcello A. Mannino deuten die Tätowierungen der beiden Mumien als Symbole für gesellschaftlichen Status, Mut und magische Kenntnisse.   War Ötzi nicht der älteste Tätowierte? Bislang galt die Gletschermumie »Ötzi« aus den Ötztaler Alpen in Tirol als Beleg für die früheste bekannte Tätowierung, und Ötzi könnte älter sein als die beiden oberägyptischen Mumien. Der Gletschermann aus der Jungsteinzeit dürfte zwischen 3350 und 3100 vor unserer Zeitrechnung gelebt haben, während die beiden Mumien aus Gebelein nahe Luxor eventuell knapp 100 Jahre jünger sind. Gemeinsam sind dem Tiroler und dem Ägypter, dass sie beide mutmaßlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen waren – und dass ihre Körper auf natürliche Weise konserviert wurden. Der eine im Gletschereis, der andere im trockenen Wüstenklima. Was nun die Mumien aus Ägypten von Ötzi aus Tirol unterscheidet und zu den ältesten Tattoo-Kandidaten macht, ist die Tatsache, dass es sich bei den Tätowierungen erstens um die ältesten bildlichen Darstellungen handelt – die Tätowierungen Ötzis bestehen aus Strichen, wie sie zustande kommen, wenn Ruß in Ritzwunden gerieben wird. Und das führt zur zweiten Besonderheit: Die ägyptischen Tätowierungen wurden unter die Haut gestochen, vermutlich kam ebenfalls Ruß als Tätowier-Mittel zum Einsatz.   Where is Mr. Mustache??? Diese fortgeschrittene Form der Tätowierkunst konnte bisher nicht so weit in die Vergangenheit zurückdatiert werden, wenn man einmal vom Fall des »Mr. Mustache« absieht, eine Trocken-Mumie aus Chiles Chinchorro-Kultur: Der Fischer trug eine gestochene Linie aus Punkten auf der Oberlippe und galt als ältester diensthabender Tätowierter mit einer Datierung von 3 830 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Der Tattoo-Anthropologe Lars Krutak stieß allerdings mit Kollegen in der Auswertung der Forschungen zu Mr. Mustache auf Ungereimtheiten, die möglicherweise auf einen kleinen, aber bedeutenden Tippfehler zurückzuführen waren: Die Abkürzung für »vor unserer Zeitrechnung« oder »vor Christus« lautet im Englischen »BC« (before Christ), alternativ kann man auch bis in die Gegenwart rechnen, also »before present«, »vor unserer Zeit«, was mit »BP« abgekürzt wird. Dem Autor der Studie von 1996 J. M. Allison war möglicherweise dieser Fehler unterlaufen – in seinem Forschungsaufsatz war von »BC« die Rede. Die Radiokarbonanalyse, mit der das Alter bestimmt worden war, gab 3 830 (+/- 100 Jahre) vor unserer Zeit an, also »BP« und nicht »vor Christus«. Lektorat könnte einen vor solchem »BS« bewahren! Übrigens ist »vor unserer Zeitrechnung« der objektivere Ausdruck, weil das Geburtsjahr des historischen Jesus auch nicht feststeht – das kann man glauben, wenn man will. Dass wir aber so rechnen, als ob wir es wüssten, das steht außer Zweifel ... Formulierungen können den Unterschied zwischen objektiver Berichterstattung und Fake-News ausmachen, nebenbei bemerkt. Kurzum: Ötzi ist im weitesten Sinne der Tattoo-Art der älteste bekannte Tintling. Das sicherte seinen Platz im Guinnessbuch der Rekorde. Die beiden ägyptischen Youngster sind jedoch die ältesten bekannten Tattoo-Träger, die zu Lebzeiten im engeren Sinne tätowiert wurden, also gestochen und zudem mit bildlichen Motiven. Das wäre durchaus der Erwähnung im Guinnessbuch der Rekorde wert.   .

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